Alpers-Syndrom (Alpers-Huttenlocher-Syndrom)

Autosomal recessive - en[1]

Das Alpers-Syndrom, auch als Alpers-Huttenlocher-Syndrom oder Progressive sklerosierende Poliodystrophie Alpers bekannt, ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die durch psychomotorische Regression, Krämpfe und Lebererkrankung gekennzeichnet ist.

Alpers-Syndrom betrifft den folgenden Prozess: hereditär.

Symptome

Die meisten Kinder mit Alpers-Syndrom erscheinen bei der Geburt gesund und entwickeln Symptome in der Regel in den ersten Lebensmonaten. Der Großteil der Patienten zeigt Symptome in den ersten 2 Jahren des Lebens, aber manche Fälle erst im zweiten Lebensjahrzehnt.

In der Hälfte der Fälle sind Krampfanfälle das erste Symptom. Diese können fokal, generalisiert oder myoklonisch sein. Epilepsia partialis continua (EPC) ist eine bestimmte Form, bei der Myoklonien in einem Teil des Körpers für Stunden oder sogar Tage auftreten [5]. Status epilepticus kann ebenfalls auftreten [6].

Kopfschmerzen mit visuellen Auren und Schlaganfall-ähnlichen Symptomen kann auftreten. Kortikale Dysfunktion und Neuropathie führen zu Hypotonie und Areflexie. Im Verlauf führt progressive kortikale Dysfunktion zu Tetraspastik.

Entwicklungsverzögerungen und kognitive Funktionsstörung zeigen sich in Form von erhöhter Schläfrigkeit, Demenz und Konzentrationsverlust.

Kortikale Blindheit (25% Patienten) und Retinitis pigmentosa sind bei Alpers-Syndrom häufig. Schwerhörigkeit kommt ebenso vor.

Kardiomyopathie und Magen-Darm-Motilitätsstörungen können auftreten.

Lebererkrankungen können zunächst als hypoglykämische Episoden manifestieren. Durch Fortschreiten der Beteiligung der Leber kommt es zu Hypalbuminämie, Gerinnungsstörung und Hyperammonämie. Akutes Leberversagen kann bei der Verwendung von Valproat auftreten [7]. Längere Überlebensraten bei Alpers-Syndrom sind mit spätem Beginn der Lebererkrankung verbunden.

Der Krankheitsverlauf ist variabel. Neurodegeneration führt zu Demenz, Enzephalopathie, Paresen, Sehverlust und Tod.

Diagnostik

Bildgebung: Computertomographie und Magnetresonanztomographie des Gehirns können in frühen Fällen normal sein. In fortgeschrittenen Stadien sind Atrophie und Gliose der betroffenen Teile des Gehirns sichtbar. FLAIR-und T2-gewichtete Bilder zeigen hyperintense Läsionen in der Hirnrinde, Basalganglien und Hirnstamm [8]. Hyperintensitäten des Nucleus olivaris inferior werden mit Gaumensegelmyoklonus verbunden. Magnetresonanz-Spektroskopie zeigt fokale Laktat-Gipfel und verringertes N-Acetyl-Aspartat.

Elektroenzephalografie (EEG) kann bei der Diagnosestellung helfen, wenn das Alpers-Syndrom klinisch vermutet wird. Die Muster sind sehr variabel und können hohe Amplituden mit langsamer Aktivität oder intermittierende kontinuierliche Spike-wave-Aktivität enthalten. In Fällen von Epilepsia partialis continua (EPC), kann das EEG normal sein oder langsame Wellen zeigen.

Proteine im Liquor sind ​​bei Patienten mit Alpers-Syndrom erhöht [9].

POLG-Gentests werden heutzutage verwendet, um die Diagnose zu bestätigen.

Eine Beurteilung der Seh-, Hör- und Entwicklungsmeilensteine sollte vorgenommen werden.

Leberfunktionstests: Bilirubin, Alanin-Aminotransferase, Gerinnungsstudien, Glukose und Ammoniak, sowie Ultraschall der Leber, werden durchgeführt, um den Grad der Leberschädigung zu beurteilen.

EKG und Echokardiographie sind nötig, um Kardiomyopathie auszuschließen.

Therapie

Es gibt keine kurative Therapie für diese Krankheit und die Behandlung ist unterstützend. Beratung und Bildung der Familie sind von größter Bedeutung. Die Behandlungsprobleme sollten mit der Familie besprochen werden, um die Lebensqualität zu optimieren.

Die Anlage einer Magensonde und die Verwendung von nicht-invasiven und invasiven Beatmungstechniken sollte berücksichtigt werden. Ergotherapie und Sprachtherapie können angeboten werden, um neurologische Behinderungen zu minimieren. Die Magensonde kann in der Ernährung und zur Prävention der Aspiration helfen.

Antikonvulsiva sind für die Kontrolle der Anfälle erforderlich. Obwohl es vorzuziehen ist, nur ein Medikament zu verwenden, sind meist mehrere Antikonvulsiva nötig, die den Nachteil der erhöhten Sedierung und Gefahr der Aspirationspneumonie haben. Neuere Generation der Antiepileptika wie Levetiracetam, Topiramat und Felbamat sind möglicherweise nicht effektiver als die traditionelle Antiepileptika (Valproat, Phenytoin und Carbamazepin), aber weniger sedierend.

Valproat sollte aufgrund der mögliche Gefahr von akutem Leberversagen vermieden werden. Leberfunktionstests sollten regelmäßig durchgeführt werden [10].

Bei Leberversagen kommen osmotische Laxantien, häufige Mahlzeiten zu Vermeidung von Hypoglykämie und Einschränkung der Proteinzufuhr zum Einsatz. Levocarnitine ist bei einigen Patienten von Nutzen.

Häufige Konsultationen von Neurologen, Gastroenterologen, Pneumologen, Psychiater und Ergotherapeuten sind für diese Patienten erforderlich.

Infektionen, Fieber, Unterzuckerung und Dehydrierung führen zu einer schnellen klinischen Verschlechterung und müssen vermieden und aggressiv behandelt werden.

Prognose

Die Lebenserwartung liegt im Bereich von 3 Monaten bis zu 10 Jahren.

Eine Lebertransplantation kann progressive Neurodegeneration und Tod nicht verhindern. Für manche Patienten mit stabiler Erkrankung und akzeptabler Lebensqualität mit Leberzirrhose, kann sie jedoch von Nutzen sein.

Ätiologie

Das Alpers-Syndrom ist eine mitochondriale Störung durch Mutationen im POLG-Gen [2]. Es ist eine autosomal-rezessive Erkrankung.

Epidemiologie

Das Alpers-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, mit einer geschätzten Prävalenz bei Geburt zwischen 1:100.000 und 1:250.000. Es tritt bei beiden Geschlechtern auf.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Das POLG-Gen kodiert die katalytische Untereinheit von mitochondrialer DNA-Polymerase. Mitochondriale DNA-Polymerase ist für die mitochondriale DNA-Replikation und -Reparatur verantwortlich. Defekte im POLG-Gen führt zu einer Erschöpfung der mitochondrialen DNA und Defekten mitochondrialer oxidativer Phosphorylierung [3]. Dies führt zu Neurodegeneration, Enzephalopathie und Leberversagen.

Das Gehirn zeigt Atrophie und Gliose in den Regionen der Großhirnhemisphären, Kleinhirn, Basalganglien und Hirnstamm. Spongiforme und mikrozystischen Degeneration tritt auf [4].
Mikroskopisch sind Spongiose, Astrozytose und Gliose des betroffenen Hirngewebes sichtbar.

Die Histopathologie der Leber bei Alpers-Syndrom zeigt Steatose und Störungen der lobulären Architektur, zentrilobuläre Nekrose und schließlich Fibrose und regenerativen Knötchen in späteren Stadien.

Prävention

Es gibt keine Richtlinien für die Prävention von Alpers-Syndrom.

Zusammenfassung

Das Alpers-Syndrom ist eine seltene Erkrankung. Vermutlich liegt die Prävalenz bei Geburt zwischen 1:100.000 und 1:250.000.

Es ist eine progressive neurodegenerative Erkrankung, die bei Säuglingen und Kindern auftritt. Das Alpers-Syndrom ist eine autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die durch genetische Mutationen in der mitochondrialen DNA-Polymerase-Gen (POLG Gen) verursacht [1].

Die Krankheit beginnt häufig in den ersten Lebenswochen. Bei etwa 80% beginnen klinische Symptome in den beiden ersten Lebensjahren. Erste Symptome können epileptische Anfälle, Erbrechen, Myopathien und Entwicklungsstörungen sein.

Für den weiteren Krankheitsverlauf sind schwer beherrschbare epileptische Anfälle, akutes Leberversagen und ein früher Tod charakteristisch.

Patientenhinweise

Das Alpers-Syndrom ist eine seltene Erkrankung, hauptsächlich des Gehirns und der Leber. Es wird durch eine genetische Anomalien verursacht.

Die Babys sind bei der Geburt gesund, aber innerhalb von ein paar Monaten entwickeln sich Krampfanfälle und die normalen Entwicklungsmeilensteine werden nicht erreicht. Muskelsteifheit, Muskelzuckungen, Blindheit und Taubheit können auch auftreten. Wenn die Leberfunktion beeinträchtigt wird, kommt es zu niedrigem Blutzucker und Bewusstseinsverlust.

Die Krankheit wird durch klinische Merkmale diagnostiziert. Für die Beurteilung der Schwere der Erkrankung werden bestimmte Tests wie Bildgebung und Bluttests durchgeführt.

Es gibt keine Heilung. Medikamente zur Kontrolle von Anfällen werden verwendet. Viele Kinder mit dieser Erkrankung überleben bis zu einem Alter von 10 Jahren.

Selbsttest

Quellen

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  3. Gauthier-Villars M, Landrieu P, Cormier-Daire V, Jacquemin E, Chretien D, Rotig A, Rustin P, Munnich A, de Lonlay P. Respiratory chain deficiency in Alpers syndrome. Neuropediatrics.2001;32:150–2.
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  5. Worle H, Kohler B, Schlote W, Winkler P, Bastanier CK. Progressive cerebral degeneration of childhood with liver disease (Alpers-Huttenlocher disease) with cytochrome oxidase deficiency presenting with epilepsia partialis continua as the first clinical manifestation. Clin Neuropathol. 1998;17:63–8
  6. Wolf NI, Rahman S, Schmitt B, Taanman JW, Duncan AJ, Harting I, Wohlrab G, Ebinger F, Rating D, Bast T. Status epilepticus in children with Alpers' disease caused by POLG1 mutations: EEG and MRI features. Epilepsia. 2009;50:1596–1607
  7. Stewart JD, Horvath R, Baruffini E, Ferrero I, Bulst S, Watkins PB, Fontana RJ, Day CP, Chinnery PF. Polymerase γ gene POLG determines the risk of sodium valproate-induced liver toxicity. Hepatology. 2010;52:1791–6.
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  10. Saneto RP, Lee IC, Koenig MK, Bao X, Weng SW, Naviaux RK, Wong LJ. POLG DNA testing as an emerging standard of care before instituting valproic acid therapy for pediatric seizure disorders. Seizure. 2010; 19:140–146.

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Medien Referenzen

  1. Autosomal recessive - en, CC BY-SA 3.0

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