Amphetamin-Entzug

Der langfristige Konsum von Amphetaminen induziert sowohl eine physische als auch eine psychische Abhängigkeit. Daher kommt es nach einer Dosisreduktion bzw. nach Unterbrechung des Amphetaminkonsums zum symptomatischen Amphetamin-Entzug (AE). Wenngleich eine medikamentelle Therapie des AE nicht möglich ist, so kann der Prozess der Entgiftung doch psychologisch unterstützt werden, um das Risiko eines Rückfalls zu vermindern. In der Regel klingen die Symptome nach einigen Wochen ab.

Diese Krankheit betrifft den folgenden Prozess: Vergiftung.

Symptome

Die Mehrzahl der Amphetaminkonsumenten erfährt Symptome eines AE, wenn die konsumierte Dosis reduziert wird oder gar keine Amphetamine mehr eingenommen werden. Einer Studie zufolge, die vor etwa zwanzig Jahren im Vereinigten Königreich durchgeführt wurde, berichteten 86% von 50 Teilnehmern, die entweder zum Zeitpunkt der Befragung oder in der Vergangenheit von Amphetaminen abhängig waren, über verstärkte Reizbarkeit, Schmerzen des Bewegungsapparats, Dysphorie, Depression und Störungen der sozialen Interaktion [1]. Weniger häufig wurden Müdigkeit, Erschöpfung, Schüttelfrost und Nachtschweiß, Schlafstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und ein gesteigerter Appetit als Symptome des AE genannt. Diese Beschwerden dauerten bis zu einigen Wochen an.

Ähnliche Ergebnisse wurden auch in anderen Studien erzielt [2]. Die schwersten Symptome treten binnen weniger Tage nach Beginn des Entgiftungsprozesses auf und einige Beschwerden währen über mehrere Wochen. Nur in seltenen Fällen waren die AE-assoziierten Symptome auch nach monatelanger Entwöhnung noch nicht vollständig abgeklungen.

Weil Amphetamine als psychotropen Stimulanzien agieren, kann es im Rahmen des AE zur erstmaligen Manifestation bis dato maskierter affektiver Störungen und Depressionen kommen. Der verminderte Antrieb und die Niedergeschlagenheit, die sich während des AE einstellen, sind Hauptgründe für Rückfälligkeit [3] [4]. Stehen den Betroffenen aber keine Amphetamine zur Verfügung, greifen sie dann auf andere Rauschmittel zurück. In diesem Zusammenhang wird regelmäßig der Missbrauch von Alkohol, Cannabis und Benzodiazepinen beobachtet.

Amphetamine können eine erektile Dysfunktion provozieren, steigern aber generell den Sexualtrieb. Deshalb besteht bei Patienten, die von Amphetaminen abhängig sind oder waren, ein erhöhtes Risiko für sexuell übertragbare Krankheiten [5].

Diagnostik

Den aktuellen Leitlinien aus dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders zufolge fließen in die Diagnose des AE Daten aus der Krankengeschichte, klinische Befunde und die Ergebnisse einer psychologischen Untersuchung ein:

  • In der Anamnese sollte klar werden, dass der Patient über längere Zeit Amphetamine konsumiert hat und im zeitlichen Zusammenhang mit der Manifestation typischer Symptome eine Dosisreduktion oder eine Unterbrechung des Konsums stattgefunden hat.
  • Der AE-Patient verspürt ein starkes Verlangen, erneute Amphetamine einzunehmen.
  • AE-Patienten leiden an affektiven Störungen, sodass diese als Ausschlusskriterium betrachtet werden können.
  • Weiterhin sind mindestens zwei der folgenden Symptome festzustellen: Müdigkeit, Schlaflosigkeit oder Hypersomnie, psychomotorische Erregung oder Retardierung, gesteigerter Appetit, lebhafte Träume.
  • Diese Symptome beeinträchtigen den Patienten bei der Bewältigung seines Alltags und der sozialen Interaktion. Sie sind zudem nicht durch andere pathologische Konditionen, den Missbrauch oder Entzug von Rauschmitteln, die nicht zu den Amphetaminen zählen, zu erklären.

In der Klinik wird der Missbrauch und die Abhängigkeit von Rauschmitteln nicht mehr unterschieden, weshalb die zuvor angeführten diagnostischen Kriterien gleichzeitig für den Missbrauch von Amphetaminen, die Abhängigkeit von Amphetaminen und den AE gelten.

Für bestimmte Substanzen kann eine Erweiterung von Fragebögen und Skalen zur Evaluierung des Ausmaßes der Erkrankung sinnvoll sein [6].

Therapie

Prognose

Ätiologie

Epidemiologie

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Prävention

Zusammenfassung

Patientenhinweise

Selbsttest

Quellen

  1. Cantwell B, McBride AJ. Self detoxication by amphetamine dependent patients: a pilot study. Drug Alcohol Depend. 1998; 49(2):157-163.
  2. Shoptaw SJ, Kao U, Heinzerling K, Ling W. Treatment for amphetamine withdrawal. Cochrane Database Syst Rev. 2009; (2):CD003021.
  3. Li H, Scholl JL, Tu W, et al. Serotonergic responses to stress are enhanced in the central amygdala and inhibited in the ventral hippocampus during amphetamine withdrawal. Eur J Neurosci. 2014; 40(11):3684-3692.
  4. Tu W, Cook A, Scholl JL, et al. Serotonin in the ventral hippocampus modulates anxiety-like behavior during amphetamine withdrawal. Neuroscience. 2014; 281:35-43.
  5. Hser YI, Liang D, Lan YC, Vicknasingam BK, Chakrabarti A. Drug Abuse, HIV, and HCV in Asian Countries. J Neuroimmune Pharmacol. 2016.
  6. Zorick T, Nestor L, Miotto K, et al. Withdrawal symptoms in abstinent methamphetamine-dependent subjects. Addiction. 2010; 105(10):1809-1818.

  • Of transient behavioral depression and persistent behavioral sensitization in relation to regional brain monoamine concentrations during amphetamine withdrawal in - PE Paulson, DM Camp, TE Robinson - Psychopharmacology, 1991 - Springer
  • Of transient behavioral depression and persistent behavioral sensitization in relation to regional brain monoamine concentrations during amphetamine withdrawal in - PE Paulson, DM Camp, TE Robinson - Psychopharmacology, 1991 - Springer
  • Amphetamine-related presentations to an inner-city tertiary emergency department: a prospective evaluation - SD Gray, DM Fatovich, DL McCoubrie - Medical journal of , 2007 - mja.com.au


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