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Atonische Anfälle

Astatischer Krampfanfall

Atonische Anfälle (AA) gehen mit einer plötzlichen Reduktion oder einem Verlust des Muskeltonus einher, sodass die Betroffenen stürzen. Es handelt sich hierbei um eine Form des epileptischen Anfalls, die im Rahmen verschiedener Formen der kindlichen oder adulten Epilepsie auftreten kann. Sowohl Antiepileptika als auch chirurgische Eingriffe kommen zur Therapie der AA infrage.


Symptome

AA treten im Rahmen von schweren kindlichen Epilepsien (z.B. Lennox-Gastaut-Syndrom, myoklonisch-astatische Epilepsie) auf, sowie bei Patienten, die in beliebigem Alter eine Hirnverletzung erlitten haben. Demzufolge zeigen AA-Patienten mitunter auch tonische Anfälle, klonische Anfälle und eine Absence-Epilepsie oder Petit-Mal-Epilepsie. Darüber hinaus wurden AA bei Individuen beobachtet, die an der Nickkrankheit leiden, die im Südsudan, in Uganda und Tansania endemisch ist [1] [2]. Die Ätiologie der Nickkrankheit ist noch nicht verstanden.

AA werden traditionell zu den generalisierten Anfällen gezählt. Dieses Konzept wurde jedoch wiederholt infrage gestellt, da fokale Anfälle mit atonischer Komponente durchaus eine Epilepsie anzeigen können [3]. In diesem Zusammenhang können folgende Aussagen getroffen werden:

  • AA als Symptom einer generalisierten Epilepsie betreffen in der Regel die Stammmuskulatur und führen zu einem langsamen Sturz. Patienten, die derartige Anfälle erleiden, werden nicht selten mit Verletzungen von Kopf, Hals oder anderen Körperteilen vorstellig.
  • Eine fokale Reduktion des Muskeltonus kann ein Herabsinken des Kopfes provozieren, aber auch Paresen und Paralysen der Gliedmaßen [4]. Fokale AA dürfen nicht mit der Todd'schen Lähmung verwechselt werden, die bei manchen Epileptikern in der postiktalen Phase einsetzt.

Einer kürzlich durchgeführten Studie zufolge kommt es nur während der Wachphase zu AA [5]. Das Bewusstsein ist auch während des Anfalls nicht getrübt. Ein AA dauert in der Regel mehrere Sekunden bis wenige Minuten.

Zusätzlich werden mitunter kognitive Beeinträchtigungen und motorische Defizite beschrieben, z.B. eine Lernbehinderung, Koordinationsstörungen, Spastizität und Hemiparese sowie dadurch bedingte Gehstörungen [6].

Krampfanfall
  • Mit der richtigen Behandlung kann man weitere Krampfanfälle meist verhindern. Lesen sie hier alles Wichtige zum Krampfanfall.[netdoktor.de]
  • Etwa 2% der Erwachsenen erleiden zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben einen Krampfanfall. Zwei Drittel dieser Personen haben keinen weiteren mehr.[msdmanuals.com]
  • Zerebrale Krampfanfälle treten außer im Rahmen von Epilepsien auch als Gelegenheitskrämpfe (z.B.[tobias-schwarz.net]
  • Bei erstmaligem Auftreten eines Krampfanfalls gilt es herauszufinden, ob eine fassbare (hirn‑)organische Ursache vorliegt und es sich somit um eine symptomatische (z.B. tumorbedingte) Epilepsie handelt.[amboss.miamed.de]
  • Der Krampfanfall erfasst den ganzen Körper. Fokaler Anfall Bei einer Epilepsie auftretende fokale Anfälle beginnen in einem umschriebenen Teil der Hirnrinde.[kliniken-schmieder.de]
Fieberkrämpfe
  • Carbamazepin Clobazam Clonazepam Diagnose Diazepam Differentialdiagnose Dosierung Dosis Einzeldosen/d Epilepsie Epilepsiesyndrome epileptischen Anfällen Erkrankung Erkrankungsalter ersten Wahl Erwachsenenalter Ethosuximid fakale falls nötig Felbamat Fieberkrämpfe[books.google.de]
  • EEG und Bildgebung sind bei einfachen Fieberkrämpfen nicht erforderlich ( 6 ). Therapie und Rezidivprophylaxe bei Fieberkrämpfen Wenn ein Fieberkrampf nicht innerhalb von fünf Minuten spontan endet, muss er medikamentös unterbrochen werden.[aerzteblatt.de]
  • Fieberkrampf) oder als nichtepileptische Anfälle auf Die Prävalenz der Epilepsie beträgt 0,5-1% Die epileptischen Anfälle werden unterteilt in Einfache fokale Anfälle Komplexe fokale Anfälle Fokale Anfälle mit sekundärer Generalisation Primär generalisierte[tobias-schwarz.net]
  • Unter folgenden Bedingungen ist in der Regel keine Langzeitbehandlung notwendig: nach Fieberkrämpfen Das Epilepsie-Risiko nach Fieberkrämpfen beträgt etwa nur 2 - 4%.[dr-werner-wolf.de]
  • Lebensjahr mit epileptischen Anfällen in Form von generalisiert tonisch-klonischen Anfällen, Absencen und/oder Fieberkrämpfen .[de.wikipedia.org]

Diagnostik

Um den Zusammenhang zwischen zentralnervösen Anomalien und der Reduktion des Muskeltonus herzustellen, sollte ein kombinierter Ansatz aus Video-EEG-Monitoring und Elektromyographie verfolgt werden [7]. Bezüglich der Elektroenzephalographie ist direkt vor dem klinischen Anfall mit Spitzen und langsamen Wellen hoher Amplituden zu rechnen [4]. Auf diese Entladungen kann eine diffuse Unterdrückung der Grundaktivität folgen. AA können ihren Ursprung in spezifischen Hirnarealen haben, z.B. im Frontal-, Temporal- oder Okzipitallappen, oder resultieren aus multifokalen Anomalien [6].

Die bildgebende Diagnostik, vor allem die Magnetresonanztomographie, kann zur Darstellung des Gehirns eingesetzt werden und liefert wichtige Daten zu möglichen organischen Ursachen für ein Anfallsleiden [8]. Ein Normalbefund rechtfertigt jedoch nicht den Ausschluss der Diagnose AA und Epilepsie. Es lässt sich generell sagen, dass organische Anomalien eher bei den Patienten zu erwarten sind, die fokale Anfälle erleiden, als bei jenen, die mit generalisierten Anfällen vorstellig werden.

Wenn weder die Elektroenzephalographie noch die Magnetresonanztomographie zu einer Diagnose führen und Pathologien wie Migräne und transitorische ischämische Attacken ausgeschlossen wurden, dann können nur klinische Kriterien zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Von Bedeutung sind dabei vor allem die Aura, die der Patient direkt vor dem Anfall verspürt, sowie gleichzeitig oder anschließend auftretende Krämpfe. Hierbei handelt es sich jedoch um unspezifische Anzeichen für eine Epilepsie und nicht um Charakteristika von AA [3].

Multifokale Anomalie
  • AA können ihren Ursprung in spezifischen Hirnarealen haben, z.B. im Frontal-, Temporal- oder Okzipitallappen, oder resultieren aus multifokalen Anomalien.[symptoma.com]

Therapie

  • Tiagabin tonische Topiramat Ursachen Valproinsäure Versagen Vigabatrin West-Syndrom wirksam Zugabe Bibliografische Informationen Titel Epilepsie: Diagnostik und Therapie für Klinik und Praxis Autor Dieter Schmidt Verlag Schattauer Verlag, 1997 ISBN 379451789X[books.google.de]
  • Sowohl Antiepileptika als auch chirurgische Eingriffe kommen zur Therapie der AA infrage. AA treten im Rahmen von schweren kindlichen Epilepsien (z.B.[symptoma.com]
  • Auflage wurde durchgehend den Entwicklungen in Diagnostik und Therapie angepasst und erweitert: um Kapitel zu Schwindelsyndromen, Okulomotorik, Borreliose/FSME, Parasitosen und Exotoxinen, metabolischen Enzephalopathien, zum Einfluss von Nierenerkrankungen[books.google.de]
  • Jede konventionelle anti - epileptische Therapie bringt mit sich weitere Nebenwirkungen und könnte auch die Sprach - und mentale Entwicklung bei diesen Kindern mit Epilepsie verdrängen.[aminocure.de]
  • […] andererseits auch ein ausschleichendes Beendigen der medikamentösen Therapie erwogen werden.[diakonisches-epilepsiezentrum.de]

Prognose

  • Das Bewußtsein ist nur leicht getrübt Gute Prognose West-Syndrom (Blitz-Nick-Salaam Krämpfe) Generalisierte Epilepsie Auftreten im 1. LJ Myoklonisches Hochreißen der Arme und Beine bzw.[tobias-schwarz.net]
  • Diese relativ gute Prognose steht im Gegensatz zur immer noch vorherrschenden Stigmatisierung der Erkrankung.[aerzteblatt.de]
  • Ätiologie") Spezifische Labordiagnostik Bei Kleinkindern Sonographie des Gehirns (durch Fontanelle) Verlauf Schlechtes Ansprechen auf antikonvulsive Medikation ( 80%) Häufig zunehmende mentale Retardierung Frühes Auftreten der Erkrankung mit schlechter Prognose[neurologienetz.de]
  • Die Therapie ist schwierig und die Prognose dementsprechend schlecht.[de.wikipedia.org]
  • Die Entwicklung der Kinder ist meist verzögert; je eher das LGS einsetzt, desto schlechter ist auch die langfristige Prognose diesbezüglich. Fast immmer besteht eine Schwerbehinderung.[epilepsie-netz.de]

Epidemiologie

  • Einige Epilepsien lassen sich durch ihre typische Epidemiologie, Klinik und Befunde in der Diagnostik zu Epilepsiesyndromen zusammenfassen.[amboss.miamed.de]
  • Jahrhunderts Ätiologie Ursächlich häufig organische Hirnschädigung Zeroid-Lipofuszinose, Unverricht-Lundborg-Syndrom, Phakomatosen Entzündung Hypoxie, metabolische oder , degenerative Prozesse Epidemiologie M W 3-10% kindlicher epileptischer Anfälle Manifestation[neurologienetz.de]
  • Grundlagen und Epidemiologie: Circa 4-5% aller Kinder erleiden mindestens einen zerebralen Krampfanfall Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn zerebrale Anfälle chronisch rezidivierend und weitestgehend unabhängig von äußeren Faktoren auftreten.[tobias-schwarz.net]
  • Epidemiologie 3. Ätiologie und Pathogenese 4.[bildung.uni-siegen.de]
  • Epidemiologie Schätzungsweise leiden etwa 1 bis 3% der Weltbevölkerung an Epilepsie. In Entwicklungsländern, wo noch Probleme in der Gesundheitsversorgung, Unterernährung oder andere Krankheiten bestehen, kann die Inzidenz bis zu 2% betragen.[creapharma.de]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Die genaue Pathophysiologie der Fieberkrämpfe ist unklar. Alter, Fieber (meist bedingt durch triviale Infekte) und genetische Disposition sind die bedeutsamsten Einflussfaktoren.[aerzteblatt.de]

Quellen

Artikel

  1. Sejvar JJ, Kakooza AM, Foltz JL, et al. Clinical, neurological, and electrophysiological features of nodding syndrome in Kitgum, Uganda: an observational case series. Lancet Neurol. 2013; 12(2):166-174.
  2. Dowell SF, Sejvar JJ, Riek L, et al. Nodding syndrome. Emerg Infect Dis. 2013; 19(9):1374-1384.
  3. Kovac S, Diehl B. Atonic phenomena in focal seizures: nomenclature, clinical findings and pathophysiological concepts. Seizure. 2012; 21(8):561-567.
  4. Zhao J, Afra P, Adamolekun B. Partial epilepsy presenting as focal atonic seizure: a case report. Seizure. 2010; 19(6):326-329.
  5. Gurkas E, Serdaroglu A, Hirfanoglu T, Kartal A, Yilmaz U, Bilir E. Sleep-wake distribution and circadian patterns of epileptic seizures in children. Eur J Paediatr Neurol. 2016; 20(4):549-554.
  6. Baraldi S, Farrell F, Benson J, Diehl B, Wehner T, Kovac S. Drop attacks, falls and atonic seizures in the Video-EEG monitoring unit. Seizure. 2015; 32:4-8.
  7. Vining EP. Tonic and atonic seizures: medical therapy and ketogenic diet. Epilepsia. 2009; 50 Suppl 8:21-24.
  8. Kuzniecky RI. Neuroimaging of epilepsy: therapeutic implications. NeuroRx. 2005; 2(2):384-393.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:49