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Eisenmangel

Eine Verminderung des Eisenanteils im menschlichen Körper bezeichnet man als Eisenmangel. Eisen ist für viele metabolische Prozesse und auch für die Erythropoese essenziell. Ein Eisenmangel verläuft schleichend und kann zu vielen Symptomen führen, vor allem zu erhöhter Ermüdbarkeit, einer geschwächten Immunabwehr und zu einer Eisenmangel-Anämie. Die Ursachen für einen Eisenmangel sind breit gestreut. Eine frühe Erkennung der Erkrankung optimiert die Chancen einer erfolgreichen Behandlung.


Symptome

Eisenmangel tritt häufiger auf als eine Eisenmangel-Anämie [1], woran etwa 2-5% aller postmenopausalen Frauen und erwachsenen Männer leiden [2] [3]. Ein Eisenmangel entsteht einerseits, wenn die Aufnahme von Eisen über die Nahrung den körpereigenen Bedarf nicht deckt, was vor allem während der Schwangerschaft oder in der Jugend vorkommen kann, oder andererseits, wenn die Eisenausscheidung die Aufnahme übersteigt, wie zum Beispiel bei Blutungen des Gastrointestinaltrakts.

Ein Eisenmangel ist oft durch eine schleichende Symptomatik gekennzeichnet. Am häufigsten treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Immunschwäche und eine geringe Belastbarkeit auf; Eisenmangel wird oft bei prämenopausalen Frauen festgestellt, da sie durch ihre Menstruationsblutung einen erhöhten Eisenbedarf haben. Während der Schwangerschaft, der Stillzeit und in der Jugend ist der Eisenbedarf ebenfalls allgemein erhöht. Ein Eisenmangel kann speziell bei Frauen zu erhöhter Ermüdbarkeit führen [4] [5] [6]. Menschen mit einem aktiven Lebensstil sind ebenfalls einem erhöhten Eisenmangel-Risiko ausgesetzt, da eine geringgradige intravasale Hämolyse bei diesen Patienten zu einem nachweisbar erhöhten Eisengehalt im Urin führen kann [7] [8]. Eisenmangel kann zu einer Anämie führen, welche sich mit Symptomen wie Koilonychie, Hunter-Glossitis, Lingua plicata, Mundwinkelrhagaden, Pica, Gesichtsblässe, verminderter intellektueller Leistungsfähigkeit, Dyspnoe, Hepatosplenomegalie (bei hämolytischen Anämieformen), High-Output-Herzinsuffizienz, rezidivierenden Infektionen der oberen Atemwege sowie allgemein erhöhtem Infektionsrisiko manifestiert. Chronische Erkrankungen wie Zöliakie, chronische Niereninsuffizienz, Zirrhose und Krebserkrankungen können bei Patienten mit Eisenmangel ebenfalls auftreten. Bei Patienten, die über lange Zeit nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs) einnehmen, oder die an gastrointestinalen Malignomen leiden, können bei einem zusätzlichen Eisenmangel außerdem gastrointestinale Blutungen auftreten.

Gewichtszunahme
  • Achte auf folgende Beschwerden: deutliche Blässe ständige Schlappheit Appetitlosigkeit fehlende Gewichtszunahme beim Säugling Kopfschmerzen Schwindel ein hoher Puls auch in Ruhe Atemnot schon bei leichten Anstrengungen Der Körper teilt so mit, dass die[netpapa.de]
  • Auch die Gewichtszunahme bei hydropischer Dekompensation ist bei der Bewertung des Eisenbedarfs zu berücksichtigen. Der Faktor 2,4 ergibt sich aus dem Eisengehalt des Hämoglobins (3,49 mg/g) und dem Blutvolumen pro kg Körpergewicht (0,7 dl/kg KG).[onkopedia.com]

Diagnostik

Ein Eisenmangel kann schleichend verlaufen und mit oder ohne Anämie manifestieren. Die erfolgreiche Diagnose eines Eisenmangels im Frühstadium ist daher nicht trivial. Im Rahmen einer genauen Befragung der Patienten in Bezug auf ihre Symptome sollte der Fokus auf eine möglicherweise beobachtete Hämaturie, Hämatochezie, verstärkte Menstruationsblutungen oder eine vergangene langfristige Einnahme von NSAIDs gelegt werden. Eine NSAID-Enteropathie ist üblicherweise mit starkem Blutverlust assoziiert [9]. Eine genaue klinische Untersuchung sollte bei einem Verdacht auf einen vorliegenden Eisenmangel das Vorliegen typischer Symptome wie Blässe, Koilonychie, atrophischer Glossitis oder einer High-Output-Herzinsuffizienz überprüfen.

Routinemäßige Laboruntersuchungen sollten bei einer Verdachtsdiagnose einerseits ein Hämogramm zur Bestimmung der Hämoglobin- und Hämatokritwerte sein, andererseits sollten zusätzlich eine Urinanalyse und Stuhluntersuchungen sowie die Bestimmung der Leberenzymwerte, ein Nierenfunktionstest und eine Echokardiographie zur Absicherung der Diagnose in Betracht gezogen werden, wenn die Vergangenheit bzw. die Symptomatik des Patienten diese nahelegen. Ein spezifischer Nachweis eines Eisenmangels ist über die Bestimmung von Ferritin, Eisen im Serum sowie über die Transferrin-Sättigung gegeben.

Bei der Bestimmung der Ursache des Eisenmangels können Zöliakie-spezifische serologische Tests, eine Gastroskopie bzw. Koloskopie indiziert sein [1]. Bei einem hartnäckigen Eisenmangel können mehrere Endoskopie-Prozeduren oder Kapsel-Endoskopien notwendig werden [1].

Therapie

  • In einigen Fällen ist eine Therapie mit Eiseninfusionen nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie sowie der Swiss Iron Health Organisation nötig.[osteomedicum.de]
  • Uterus myomatosus ) Therapie Die Therapie des Eisenmangels sollte einerseits die Behandlung der Ursache des Eisenmangels und andererseits die medikamentöse Eisensubstitution mit einschließen. Kausale Therapie Therapie der Grunderkrankung , z.B.[amboss.com]
  • So ist z.B. der Erfolg der Eisen-Therapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, die nur bei etwa 10 % der Patienten mit einem erhöhten CRP einhergehen, eingeschränkt.[healthcare-in-europe.com]
  • Therapien im Vergleich Vergleichen Sie die Therapiemöglichkeiten Anlaufstellen-Suche Diagnose und Therapie in Ihrer Nähe[eisen-netzwerk.de]
  • Die Therapie mit dem Präparat füllt die erschöpften Eisenspeicher auf und dauert zwischen drei bis sechs Monate an.[netpapa.de]

Prognose

  • Eisenmangel ist eine häufige Begleiterkrankung der Herzinsuffizienz, die die Belastbarkeit der Patienten weiter eingeschränkt und deren Prognose verschlechtert.[kardiologie.org]
  • Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lebensmittel mit Eisen Prognose Die Prognose des Eisenmangels steht in direkter Beziehung zur Ursache.[dr-gumpert.de]
  • Prognose Eisenmangel oder Eisenmangelanämie lässt sich vom Hämatologen gut behandeln. Allerdings ist die aktive Mitwirkung der Patienten erforderlich.[citypraxen.de]
  • Nachtrag Mai 2018 VIFOR PHARMA INFORMIERT Eisenmangel bei chronischer Herzinsuffizienz (CHI) Bei jedem zweiten Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (CHI) tritt als unabhängiger Faktor ein Eisenmangel auf. 1 Dieser weist für die CHI eine ungünstige Prognose[flora-pharm.de]
  • Verlauf und Prognose Wie alle Erkrankungen kann auch Eisenmangel umso besser behandelt werden je früher die Anämie erkannt wird. Sind Eisenpräparate verordnet, wird sich in einem Zeitraum von 3 bis 6 Wochen die Eisenmangelanämie verbessern.[gesundheit.naanoo.de]

Epidemiologie

  • […] des Gesamtkörpereisens Eisendefizitäre Erythropoese (funktioneller Eisenmangel): Minderversorgung der Erythrozytenvorläufer im Knochenmark bei noch normwertigen Hämoglobinwerten Eisenmangelanämie : Anämie aufgrund eines verminderten Gesamtkörpereisens Epidemiologie[amboss.com]
  • Dieses Thema könnte Sie auch interessieren: Eisen im menschlichen Körper Epidemiologie/ Häufigkeitsverteilung Der Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangelerkrankungen. Weltweit leidet ca. 25% der Bevölkerung unter dieser Mangelerkrankung.[dr-gumpert.de]
  • Dieser beträgt nach WHO 12 g/dl für Frauen und 13 g/dl für Männer. 2.2 Epidemiologie Der Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerkrankung des Menschen und mit mindestens 50% die häufigste Ursache einer Anämie.[onkopedia.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Pathophysiologie Enterale Eisenaufnahme Eisen kommt sowohl zweiwertig (Fe 2 ) als auch dreiwertig (Fe 3 ) vor Resorption fast ausschließlich in Form von zweiwertigem Eisen (Fe 2 ) Gleichzeitige orale Aufnahme von Vitamin C (Antioxidans) Fe 2 -Resorption[amboss.com]

Quellen

Artikel

  1. Bermejo F, Garcia-Lopez S. A guide to diagnosis of iron deficiency and iron deficiency anemia in digestive diseases. Worl J Gasteroenterol. 2009 Oct 7;15(37): 4638 -4643.
  2. Goddard AF, McIntyre AS, Scott BB. Guidelines for the management of iron deficiency anaemia. British Society of Gastroenterology. Gut. 2000;46 Suppl 3-4:IV1–IV5.
  3. Sayer JM, Long RG. A perspective on iron deficiency anaemia. Gut. 1993;34(10):1297–1299.
  4. Vaucher P, Druais PL, Waldvogel S, Favrat B. Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin: a randomized controlled trial. CMAJ. 2012;184(11):1247–1254.
  5. Verdon F, Burnand B, Stubi CL, et al. Iron supplementation for unexplained fatigue in non-anaemic women: double blind randomised placebo controlled trial. BMJ. 2003;326:1124.
  6. Krayenbuehl PA, Battegay E, Breymann C, et al. Intravenous iron for the treatment of fatigue in nonanemic, premenopausal women with low serum ferritin concentration. Blood. 2011;118(12):3222–3227.
  7. Peeling P, Dawson B, Goodman C, et al. Athletic induced iron deficiency: new insights into the role of inflammation, cytokines and hormones. Eur J Appl Physiol. 2008;103(4):381–391.
  8. Robertson JD, Maughan RJ, Davidson RJ. Faecal blood loss in response to exercise. Br Med J (Clin Res Ed). 1987;295(6593):303–305.
  9. Bowen B, Yuan Y, James C, et al. Time course and pattern of blood loss with ibuprofen treatment in healthy subjects. Clin Gastroenterol Hepatol. 2005;3(11):1075–1082.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 16:00