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Folsäuremangel

Der menschliche Körper braucht Folsäure um DNA und neue Zellen zu synthetisieren. Folsäuremangel verursacht typischerweise megaloblastäre Anämie.


Symptome

Die Symptome von Folsäuremangel sind unspezifisch. Subtile Zeichen wie die Entwicklung von Glossitis, graue Verfärbung der Haare und im Falle von Kindern, Wachstumsstörungen, können beobachtet werden kann, Symptome durch Anämie sind jedoch am häufigsten zu sehen. Die Schwere der Symptome sind mit dem Grad der Anämie und der allgemeinen Gesundheit des Individuums verknüpft. Die Symptome der Anämie sind Müdigkeit, Atemnot (besonders bei Anstrengung) und Palpitationen. In schweren Fällen kann stabile Angina pectoris und Claudicatio intermittens auftreten.

Bei der körperlichen Untersuchung sind die Haut und Bindehaut oft blass und der Patient hat einen hohen Puls zusammen mit Tachykardie. In fortgeschrittenen Fällen sind Ödeme am Sprunggelenk, Herzgeräusche und andere Zeichen der Herzinsuffizienz sichtbar. Zusätzlich zu diesen allgemeinen Symptomen können die klinischen Symptome der zugrunde liegenden Ätiologie bestehen. Folsäuremangel in der Schwangerschaft kann die Entwicklung von Neuralrohrdefekten in dem sich entwickelnden Fötus verursachen.

Blässe
  • Symptome Entstehung einer Blutarmut mit Blässe und körperlichen wie geistigen Leistungseinbußen Herzbeschwerden wie Herzrhythmusstörungen Atemnot durch Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) Ursachen einseitige Ernährung erhöhter Bedarf (Schwangere[rehakliniken.de]
  • Klinisches Bild Symptome der megaloblastären Anämie: Blässe, diskreter Ikterus , Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit. Trophische Störungen der Schleimhaut, v.a. des Gastrointestinaltraktes. S.u. Glossitis Möller-Hunter , Perlèche .[enzyklopaedie-dermatologie.de]
  • Wann zum Arzt bei Folsäuremangel Müdigkeit, Mattheit, Abgeschlagenheit sowie Blutarmut mit Blässe, Leistungsschwäche und Konzentrationsabfall können Symptome eines Folsäuremangels sein, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen.[ellviva.de]
Morbus Whipple
  • So können eine Sprue oder der seltene Morbus Whipple , aber auch ein Kurzdarmsyndrom zu Folsäuremangel führen.[medicoconsult.de]
  • Morbus Whipple) oder postoperative Zustände (ausgedehnte Dünndarmentfernung), Medikamente (Barbiturate, Phenytoin) oder Alkohol sein. Die Unterversorgung mit Folsäure zählt zu einem der Malabsorptionssymptome.[figurbetont.com]

Diagnostik

Die Diagnose des Folsäuremangels kann oft durch eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung des Individuums gestellt werden. Eine Reihe von Untersuchungen können helfen, die Diagnose zu bestätigen. Dazu gehören die folgenden:

  • Hämoglobin und Hämatokrit: Eine Verringerung des Hämoglobinwerts unter 12,5 g/dl bei Männern und 10,5 g/dl bei Frauen ist bezeichnend für Anämie. Reduktion des Hämatokrits bestätigt auch Anämie.
  • Blutbild und Blutausstrich: Sobald eine Anämie bestätigt wurde, wird ein komplettes Blutbild und/oder Blutausstrich angefertigt, um die Art der Anämie zu bestimmen. Bei megaloblastärer Anämie ist eine Verringerung der Gesamterythrozytenzahl in Verbindung mit einer Zunahme des Erythrozytenvolumens (MCV) zu sehen.
  • Knochenmarkbiopsie: Dies ist ein invasives Verfahren und meist nicht nötig für die Diagnose eines Folsäuremangels.
  • Folsäure: Es ist nicht möglich, Vitamin-B12-Mangel und Folsäuremangel auf der Grundlage des Blutbildes allein zu unterscheiden. Aus diesem Grund muss Folsäure gemessen werden, um Folsäuremangel zu dokumentieren.
  • Vitamin B12: Gleichzeitig vorhandener Vitamin B12- und Folsäuremangel sollte ausgeschlossen werden.
Makrozytäre Anämie
  • Indikationen zur Folsäurebestimmung Makrozytäre Anämie, chronischer Alkoholabusus, Frauen, die eine Schwangerschaft planen, insbesondere wenn in der Familie schon ein Kind mit Neuralrohrdefekt geboren wurde, medikamentöse Therapie mit Antiepileptika,[imd-greifswald.de]
  • Auffallend bei einem Folsäuremangel ist die Blutarmut (makrozytäre Anämie), die auch bei einem schweren Vitamin-B12-Mangelzustand auftreten kann.[biovigor.ch]

Therapie

Die Behandlung von Folsäuremangel erfolgt in der Regel durch orale Supplementierung. Für leichte Fälle kann eine Ernährung mit einem hohen Gehalt an Folsäure (wie Zitrusfrüchte und grünes Blattgemüse) ausreichend sein, jedoch wird Supplementierung mit Folsäure-Tabletten in der Regel durchgeführt. Die Dosierung dieser Zusätze hängt von der Ätiologie und der Schwere des Mangels ab. Im Falle von Anämie durch Folsäuremangel, wird eine tägliche Dosis von 1 bis 5 mg gegeben, und die Hämoglobin- und Folsäurewerte nach einiger Zeit kontrolliert. Sobald der Mangel überwunden ist, wird häufig eine Erhaltungsdosis von 5 mg pro Woche gegeben.

Die Dosierung und Dauer der Nahrungsergänzung bei Folsäuremangel aufgrund verschiedener Ursachen ist unterschiedlich. Im Falle von gastrointestinalen Tumoren wird 5 mg Folsäure für 3 bis 8 Jahre gegeben, während bei anderen Malignomen Dosen bis zu 40 mg notwendig sein können. Folsäuremangel durch Methotrexat kann Dosen bis zu 20 mg für bis zu 12 Wochen erforderlich machen [3] [4] [5]. Bei chronischen Nierenerkrankungen wird eine Supplementierung von bis zu 15 mg jeden zweiten Tag für mehrere Jahre gegeben, während bei Homocysteinurie bis zu 5 mg Folsäure für 1 bis 6 Monaten erforderlich sind.

Im Falle von Folsäuremangel durch Phenytoin, kann Zahnfleischhypertrophie auftreten, die durch orale Supplementierung zusammen mit der topischen Anwendung von Folsäure auf dem betroffenen Zahnfleisch behandelt wird [6] [7]. Parodontose in der Schwangerschaft wird ebenfalls in ähnlicher Weise behandelt. Prophylaktische Nahrungsergänzung mit Folsäure wird für alle Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen. Supplementation 2 Monate vor der Schwangerschaft und während der ersten zwei Monate der Schwangerschaft ist sehr wirksam bei der Verhinderung der Entwicklung von Neuralrohrdefekten [8].

Prognose

Die Prognose des Folsäuremangels selbst ist sehr gut, jedoch kann die zugrunde liegende Ätiologie eine andere Prognose verursachen. Ohne eine zugrunde liegende Pathologie ist Folsäuremangel vollständig reversibel und hat keine dauerhaften Auswirkungen. Der Mangel an Folsäure, verursacht durch Fehlernährung, Schwangerschaft oder Stillzeit ist leicht behandelbar mit Folsäure-Supplementierung. Ebenso reagiert Folsäuremangel durch übermäßigen Alkoholkonsum schnell auf Alkoholentzug. Folsäuremangel aufgrund einer Pathologie reagiert auf Folsäure-Supplementierung, jedoch ist die Verbesserung nicht dauerhaft und die zugrunde liegende Erkrankung muss immer mitbehandelt werden.

Ätiologie

Folsäure wird im menschlichen Körper nicht in großen Mengen gespeichert, daher ist eine tägliche Aufnahme von Folsäure erforderlich. Männer benötigen etwa 400 Mikrogramm Folsäure täglich, während Frauen 400 bis 600 Mikrogramm benötigen. Pflanzliche Quellen von Folsäure in der menschlichen Ernährung sind Bananen, Melonen, Zitrusfrüchte, grünes Blattgemüse, Tomaten, Erbsen und Pilze; Schweinefleisch, Geflügel, Nieren und Leber sind die tierischen Quellen. Bei weitem die häufigste Ursache von Folsäuremangel ist Fehlernährung. Eine Ernährung, die wenig Folsäure beinhaltet, kann zu Folsäuremangel im Laufe von wenigen Wochen führen.

Neben einer unausgewogenen Ernährung kann Mangelernährung ebenfalls zu der Hypovitaminose führen. Eine Reihe von Krankheiten wie akute Hepatitis, Depression und Anorexia nervose verursachen verminderten Appetit und damit unzureichende Zufuhr von Folsäure. Übermäßige Einnahme von Alkohol stört die Aufnahme von Folsäure im Gastrointestinaltrakt und die Ausscheidung im Urin wird erhöht. Aus diesem Grund ist Folsäuremangel bei Alkoholikern häufig [1]. Folsäure wird aus dem gesamten Gastrointestinaltrakt absorbiert, daher ist Malabsorption eine sehr seltene Ursache des Folsäuremangels. Allerdings kann eine Reihe von Magen-Darm-Krankheiten wie Zöliakie, Morbus Crohn und Krebserkrankungen zu schwerer Malabsorption und damit Folsäuremangel in fortgeschrittenen Fällen führen.

Mangel an Folsäure kann bei bestimmten physiologischen Zuständen mit einem hohen Folsäurebedarf, wie Schwangerschaft und Stillzeit, auftreten. Während der Schwangerschaft, da der Fötus viele schnell teilende Zellen hat, ist Folsäure im Überschuss notwendig. Ähnlich ist es in der Stillzeit, da Folsäure in die Muttermilch ausgeschieden wird und überschüssige Folsäure wird durch die Nahrung benötigt, um diesen Verlust auszugleichen. Bis zu 200 Mikrogramm Folsäure können zusätzlich zu dem Grundbedarf benötigt werden.

Eine Reihe von pathologischen Zuständen verursachen auch einen hohen Folsäurebedarf im Körper aufgrund der schnellen Zellerneuerung. Dazu gehören hämolytische Erkrankungen, Krebserkrankungen und schwere entzündliche Erkrankungen. Fortgeschrittene chronische Nierenerkrankungen können auch den Abbau von roten Blutkörperchen erhöhen und schließlich zu Folsäuremangel führen. Hohe Homocysteinspiegel, wie bei Homocysteinurie, sind ebenfalls bekannt, einen Mangel an Folsäure verursachen. Die Einnahme bestimmter Medikamente, wie Methotrexat, Phenytoin, Pyrimethamin, Sulfasalazin und Trimethoprim, verursachen ebenso Folsäuremangel [2].

Epidemiologie

Ernährungsbedingter Folsäuremangel ist vor allem in den Ländern der Dritten Welt, wo Menschen oft nicht ausreichende Mengen an Folsäure in der Nahrung erhalten, häufiger.
Mangel an Folsäure ist sehr viel häufiger bei Frauen aufgrund ihres erhöhten Folsäurebedarfs in der Schwangerschaft und Stillzeit. In den Industrieländern ist Alkoholkonsum eine sehr häufige Ursache für Folsäuremangel.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Folsäure ist für die Synthese von DNA und RNA notwendig und daher für die Produktion von neuen Zellen. Sie ist auch für die Reparatur von DNA erforderlich. Besonders Bedingungen, die eine hohe Zellerneuerung erfordern, benötigen Folsäure. Im Falle von Folsäuremangel findet die DNA-Synthese und die Zellteilung nicht statt. Die häufigste Manifestation bei Erwachsenen ist die Entwicklung einer megaloblastären Anämie.

Prävention

Eine ausgewogene Ernährung mit einer ausreichenden Menge an Obst und Gemüse genügt, um den Mangel an Folsäure bei beiden Geschlechtern zu verhindern. Frauen im gebärfähigen Alter sollten Folsäure vor allem vor und während der ersten zwei Monate der Schwangerschaft einnehmen [9] [10]. Eine Ergänzung sollte auch während der Stillzeit genommen werden. Menschen, die an Krankheitszuständen leiden, die einen Folsäuremangel verursachen können, sollten in Betracht ziehen, Nahrungsergänzung mit Folsäure prophylaktisch durchzuführen.

Zusammenfassung

Folsäure ist wesentlich für die Synthese von DNA und die Zellteilung. Ein Mangel an Folsäure wird in der Regel durch eine unzureichende Aufnahme durch die Nahrung verursacht, jedoch können eine Reihe von pathologischen Zuständen diesen Mangel begünstigen. Die häufigste Manifestation des Folsäuremangels ist megaloblastäre Anämie. Bei Mangel kann Folsäure oral eingenommen werden.

Patientenhinweise

Der menschliche Körper benötigt Folsäure im wesentlichen für die Synthese von DNA und die Bildung von neuen Zellen. Am häufigsten führt Mangel an Folsäure in der Nahrung zu Folsäuremangel. Die Symptome von Folsäuremangel entwickeln sich aufgrund der reduzierten Anzahl der zirkulierenden roten Blutkörperchen. Supplementation von Folsäure mit Tabletten ist oft ausreichend, um den Mangel zu beheben.

Quellen

Artikel

  1. Cylwik B, Chrostek L. [Disturbances of folic acid and homocysteine metabolism in alcohol abuse]. Polski merkuriusz lekarski : organ Polskiego Towarzystwa Lekarskiego. Apr 2011;30(178):295-299.
  2. Brubakk O. [Phenytoin-induced folic acid deficiency]. Tidsskrift for den Norske laegeforening : tidsskrift for praktisk medicin, ny raekke. Jun 30 1973;93(18):1385-1388.
  3. Shea B. Folic acid or folinic acid for reducing side effects of methotrexate for people with rheumatoid arthritis. Journal of evidence-based medicine. Aug 2013;6(3):202-203.
  4. Singh JA. Folic acid supplementation for rheumatoid arthritis patients on methotrexate: the good gets better. The Cochrane database of systematic reviews. 2013;7:ED000063.
  5. Al-Dabagh A, Davis SA, Kinney MA, Huang K, Feldman SR. The effect of folate supplementation on methotrexate efficacy and toxicity inpsoriasis patients and folic acid use by dermatologists in the USA. American journal of clinical dermatology. Jun 2013;14(3):155-161.
  6. Brown RS, Di Stanislao PT, Beaver WT, Bottomley WK. The administration of folic acid to institutionalized epileptic adults with phenytoin-induced gingival hyperplasia. A double-blind, randomized, placebo-controlled, parallel study. Oral surgery, oral medicine, and oral pathology. May 1991;71(5):565-568.
  7. Arya R, Gulati S, Kabra M, Sahu JK, Kalra V. Folic acid supplementation prevents phenytoin-induced gingival overgrowth in children. Neurology. Apr 12 2011;76(15):1338-1343.
  8. Bestwick JP, Huttly WJ, Morris JK, Wald NJ. Prevention of neural tube defects: a cross-sectional study of the uptake of folic acid supplementation in nearly half a million women. PloS one. 2014;9(2):e89354.
  9. Dolezalkova E, Unzeitig V. [Folic acid and prevention of the neural tube defects]. Ceska gynekologie / Ceska lekarska spolecnost J. Ev. Purkyne. Apr 2014;79(2):134-139.
  10. Fonseca EB, Raskin S, Zugaib M. Folic acid for the prevention of neural tube defects. Revista brasileira de ginecologia e obstetricia : revista da Federacao Brasileira das Sociedades de Ginecologia e Obstetricia. Jul 2013;35(7):287-289.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:21