Gliom

Glioma[1]

Ein Gliom ist ein Tumor des zentralen Nervensystems, der sich meist aus transformierten Astrozyten entwickelt, seinen Ursprung aber auch in anderen Gliazellen haben kann. Gliome komprimieren das umliegende Hirnparenchym und zerstören es zuweilen durch infiltratives Wachstum, weshalb Betroffene neurologische Defizite unterschiedlichen Ausmaßes und Krampfanfälle zeigen. Die bildgebende Diagnostik dient der Lokalisation des Tumors, aber meist kann erst nach histologischer Charakterisierung des neoplastischen Gewebes eine Prognose gestellt und eine Therapie ausgewählt werden.

Symptome

Gliome sind die häufigsten Primärtumore des zentralen Nervensystems [1] [2], wobei die Weltgesundheitsorganisation Astrozytome, Oligodendrogliome, Ependymome sowie das Chordoidgliom des dritten Ventrikels, das angiozentrisches Gliom und das Astroblastom unterscheidet [3]. Darüber hinaus gibt es auch Mischtumore wie das Gangliogliom. Die höchste Inzidenz besteht für hochgradig maligne Astrozytome.

Das klinische Bild erlaubt kaum einen Rückschluss auf die Art des Hirntumors, aber der Krankheitsverlauf kann auf ein mehr oder weniger aggressives Tumorwachstum und damit auf den Grad der Malignität hinweisen. So entwickeln Patienten mit einem Astrozytom vom Grad IV innerhalb weniger Wochen schwere neurologische Symptome, während sich dieser Prozess bei benignen, langsam wachsenden Tumoren über Monate oder gar Jahre ausdehnen kann.

Unspezifische Leitsymptom sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, die wegen ihrer Intensität den Patienten im Alltag behindern. Weiterhin können motorische Störungen auftreten, die von einem Verlust der Fingerfertigkeit bis hin zur Hemiparese reichen. Gleiches gilt für sensorische Alterationen wie Dysästhesien und Parästhesien, die in verschiedenen Bereichen des Körpers empfunden werden können. Gliom-Patienten haben mitunter Probleme, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden, weil sie an kognitiven Beeinträchtigungen leiden. Ebenso kann ihre Kommunikation mit ihren Mitmenschen aufgrund von Sprach- und Sprechstörungen behindert sein. Auch Sehstörungen können auftreten. Ein Teil der Betroffenen leidet zudem an Krampfanfällen [4] [5] [6].

Es besteht nicht notwendigerweise ein Zusammenhang zwischen der Lokalisation des Tumors und den klinischen Symptomen. Das kann beispielsweise dadurch erklärt werden, dass ein Gliom den Abfluss des Liquors stört und so einen Hydrozephalus provoziert, der zu einer generellen Erhöhung des intrakraniellen Druckes führt und auch die Funktion distanter Hirnregionen einschränkt.

Diagnostik

Bildgebende Diagnostik und Pathohistologie sind die beiden Säulen der Hirntumordiagnostik. Bei Gliomverdacht wird deshalb zunächst versucht, den Tumor darzustellen, idealerweise in einer Magnetresonanztomographie [1] [4]. Sowohl T1-gewichtete als auch T2-gewichtete Aufnahmen sind auszuwerten bezüglich der Lokalisation des Tumors, seiner Abgrenzung gegen umliegendes Gewebe bzw. der Infiltration desselben, der Homogenität des Gewebes und Hinweisen auf Einblutungen und Nekrosen sowie eines begleitenden Hirnödems. Weiterhin kann mit Gadolinium gearbeitet werden, um auf eine Kontrastmittelanreicherung durch die Neubildung zu testen. Oft kann anhand dieser Befunde bereits ein Verdacht auf einen Gliomtyp geäußert werden. Das ist besonders wichtig, wenn die Lokalisation des Tumors oder der Allgemeinzustand des Patienten keine Biopsie erlauben [4].

Dennoch gilt die histologische Untersuchung einer Gewebeprobe als Goldstandard zur Diagnose der einzelnen Gliome. Hier wird beurteilt, aus welchem Zelltyp sich die Neoplasie entwickelt hat, welchen Differenzierungsgrad sie aufweist, wie der Tumor wachsen wird und wie wahrscheinlich ein Rezidiv nach chirurgischer Resektion ist. In diesem Zusammenhang teilt die Weltgesundheitsorganisation die Hirntumoren in vier Grade ein [3], wobei eine Neoplasie vom Grad I ein benigner Tumor ist, der nicht zum Rezidiv neigt, und bei dem durch Resektion eine vollständige Heilung möglich ist. Im Gegensatz dazu ist ein Tumor vom Grad IV hochgradig maligne, wächst schnell und infiltrativ und indiziert meist einen palliativen Therapieansatz.

Therapie

Prognose

Ätiologie

Epidemiologie

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Prävention

Zusammenfassung

Patientenhinweise

Selbsttest

Quellen

  1. Gladson CL, Prayson RA, Liu W (Michael). The Pathobiology of Glioma Tumors. Annual review of pathology. 2010;5:33-50.
  2. Schwartzbaum JA, Fisher JL, Aldape KD, Wrensch M. Epidemiology and molecular pathology of glioma. Nat Clin Pract Neurol.
  3. Louis DN, Perry A, Reifenberger G, et al. The 2016 World Health Organization Classification of Tumors of the Central Nervous System: a summary. Acta Neuropathol. 2016; 131(6):803-820.
  4. Reyes-Botero G, Mokhtari K, Martin-Duverneuil N, Delattre J-Y, Laigle-Donadey F. Adult Brainstem Gliomas. Oncologist. 2012;17(3):388-397.
  5. Posti JP, Bori M, Kauko T, et al. Presenting symptoms of glioma in adults. Acta Neurol Scand. 2015 Feb;131(2):88-93.
  6. Aster, JC, Abbas, AK, Robbins, SL, Kumar, V. Robbins basic pathology. Ninth edition. Philadelphia, PA: Elsevier Saunders; 2013.



Medien Referenzen

  1. Glioma, CC BY-SA 3.0

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