Frage

    Gonokokkenpharyngitis (Gonokokken-Infektion des Pharynx)

    Bakterien der Spezies Neisseria gonorrhoeae werden zuweilen schlicht als Gonokokken bezeichnet. Es handelt sich hierbei um grampositive Diplokokken, die bei Schleimhautkontakt übertragen werden. Die klassische Form der Ansteckung ist der vaginale Geschlechtsverkehr, der zur Urethritis und bei der Frau auch zur Zervizitis führen kann. Im Rahmen des oralen Verkehrs kann jedoch auch eine Inokulation der oropharyngealen Mukosa erfolgen, was eine Gonokokkenpharyngitis nach sich ziehen kann.

    Gonokokkenpharyngitis betrifft den folgenden Prozess: infektiös.

    Symptome

    Bei einer Infektion des Mund-Rachen-Raumes mit Neisseria gonorrhoeae kann sich eine Pharyngitis einstellen, die sich mit typischen Entzündungszeichen wie Erythem und Schmerzhaftigkeit bemerkbar macht. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel wenige Tage, manchmal auch bis zu einer Woche. Das Leitsymptom einer Gonokokkeninfektion - die mukopurulente Sekretion der betroffenen Schleimhäute [1] - zeigt sich im Bereich der oropharyngealen Mukosa nur selten. Auch eine zervikale Lymphadenopathie kann nur in Ausnahmefällen festgestellt werden. Konstitutive Symptome wie Fieber sind untypisch und weisen auf eine andere Infektionserkrankung oder, ebenfalls nur sehr selten, auf eine Gonokokkenpharyngitis hin, die sich zur disseminierten Gonorrhoe entwickelt hat.

    Systemisch
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  • Diagnostik

    Basis der Diagnose ist eine gründliche Anamnese und umfassende Allgemeinuntersuchung. Es ist zu erfassen, ob ein Risikoverhalten vorliegt: Dazu zählen vor allem oraler Geschlechtsverkehr mit Männern, ohne dass man sich hierbei durch die Verwendung von Kondomen geschützt hätte, und wechselnde Sexualpartner, über deren Gesundheitszustand nichts Näheres bekannt ist. Bei einem Patienten, der ungeschützten Oralverkehr mit einer Person hatte, die an Gonorrhoe erkrankt ist, besteht auch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit auf eine vaginale, penile und/oder rektale Infektion mit Neisseria gonorrhoeae. Daher sind die Geschlechtsorgane und idealerweise auch der Anus zu inspizieren. Es ist festzustellen, ob eitriger Ausfluss besteht oder sich sonst Hinweise auf eine Entzündung finden lassen. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, nach Schmerzen und anderen Beschwerden bei der Miktion und Defäkation zu fragen.

    Aufgrund der sehr unspezifischen Symptomatik und der nur geringen Morbidität werden klinische Beschwerden einer alleinigen Gonokokkenpharyngitis kaum zum Verdacht auf pharyngeale Gonorrhoe führen. Allerdings lässt sich die Sensitivität periodischer Vorsorgeuntersuchungen erhöhen, wenn Proben zum Nachweis der Erreger nicht nur im Bereich der Urethra oder Zervix entnommen werden, sondern auch aus dem Pharynx und Rektum. Das gilt insbesondere für Männer, die Sex mit Männern haben [2] [3] [4]. Bezüglich der Gonokokkenpharyngitis sind Abstriche von der Rachenschleimhaut zu gewinnen, um diese zunächst mikroskopisch zu untersuchen. Die Präsenz grampositiver Diplokokken rechtfertigt weitere Untersuchungen, nämlich die Anzucht der Erreger auf Spezialnährböden oder den molekularen Nachweis von Neisseria gonorrhoeae. Die Pathogene wachsen auf Thayer-Martin-Agar und Martin-Lewis-Agar und es sind verschiedene Protokolle zur Detektion spezifischer Nukleinsäuren etabliert [5]. Zwar haben molekulare Verfahren die konventionelle Anzucht der Erreger in vielen Laboratorien verdrängt, aber im Angesicht einer zunehmenden antibiotischen Resistenz der Gonokokken müssen immer häufiger Antibiogramme angefertigt werden - und diesbezüglich ist die Kultur der Ligase- oder Polymerase-Kettenreaktion noch weit überlegen. Es wurde spekuliert, dass vor allem persistierende, asymptomatische Gonokokkenpharyngitiden zur Zunahme von Resistenzen unter pathogenen Neisserien führen [6] [7].

    Schließlich sollte auch auf andere sexuell übertragbare Krankheiten getestet werden, beispielsweise auf Infektionen mit Chlamydia trachomatis, Treponema pallidum, den Erregern der viralen Hepatitiden und dem humanen Immunschwäche-Virus.

    Labor

    Mikrobiologie
    Neisseria gonorrhoeae
    • Bakterien der Spezies Neisseria gonorrhoeae werden zuweilen schlicht als Gonokokken bezeichnet.[symptoma.com]
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  • Therapie

    Prognose

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    Quellen

    1. Kohl PK. [Gonorrhea]. Urologe A. 2006; 45(12):1501-1503.
    2. D'Antuono A, Baraldi C, Banzola N, Gaspari V, Filippini A, Patrizi A. Gonorrhea and multiple site infection: case report and screening opportunities. G Ital Dermatol Venereol. 2016; 151(3):292-295.
    3. Fairley CK, Hocking JS, Zhang L, Chow EP. Frequent Transmission of Gonorrhea in Men Who Have Sex with Men. Emerg Infect Dis. 2017; 23(1):102-104.
    4. Marcus JL, Bernstein KT, Kohn RP, Liska S, Philip SS. Infections missed by urethral-only screening for chlamydia or gonorrhea detection among men who have sex with men. Sex Transm Dis. 2011; 38(10):922-924.
    5. Kellogg ND, Baillargeon J, Lukefahr JL, Lawless K, Menard SW. Comparison of nucleic acid amplification tests and culture techniques in the detection of Neisseria gonorrhoeae and Chlamydia trachomatis in victims of suspected child sexual abuse. J Pediatr Adolesc Gynecol. 2004; 17(5):331-339.
    6. Barbee LA. Preparing for an era of untreatable gonorrhea. Curr Opin Infect Dis. 2014; 27(3):282-287.
    7. Bissessor M, Whiley DM, Fairley CK, et al. Persistence of Neisseria gonorrhoeae DNA following treatment for pharyngeal and rectal gonorrhea is influenced by antibiotic susceptibility and reinfection. Clin Infect Dis. 2015; 60(4):557-563.

    • 19 The Family Neisseriaceae - YA Lue - Practical Handbook of Microbiology, 2008 - books.google.com
    • Acute pharyngitis - AL Bisno - New England Journal of Medicine, 2001 - Mass Medical Soc
    • A Gay Man with a Rash, Lymphadenopathy, and Fever - A McMillan - Sexually Transmissible Infections in Clinical Practice, 2010 - Springer
    • Profiles of Neisseria gonorrhoeae, Neisseria meningitidis, and Neisseria lactamica in chemically defined media and the use of growth requirements for gonococcal - BW Catlin - Journal of Infectious Diseases, 1973 - jid.oxfordjournals.org
    • Chlamydia A in the female genital tract AL Hilton, SJ Richmond, JD Milne, F. Hindley, and S. KR Clarke (Gt Britain) 1 Chlamydial infections of the cervix - G Hart - ncbi.nlm.nih.gov

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