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Hereditäre Koproporphyrie

HCP

Hereditäre Koproporphyrie ist eine seltene Erkrankung, die durch pathogene Veränderungen am codierenden Gen des mitochondrialen Enzyms Coproporphyrin-III Oxidase (CPO) hervogerufen wird. Die Fehlfunktion des Enzyms führt zu pathologisch erhöhten Urinkonzentrationen von Porphobilinogen und 5-Aminolävulinsäure. Es gibt keine Heilung für hereditäre Koproporphyrie, aber eine kohlenhydratreiche Ernährung sowie konsequenter Verzicht auf Drogen- und Alkoholkonsum reduzieren das Risiko akuter Porphyrieattacken.


Symptome

Hereditäre Koproporphyrie wird innerhalb der Familie auf autosomal dominante Weise vererbt. Eine Reihe von verschiedenen möglichen Mutationen im CPOX Gen führt zu einer drastischen Abnahme der Aktivität von des codierten Enzyms CPO. CPO spielt in der Biosynthese von Porphyrinen und des Häm-Moleküls eine Rolle [1] [2].

Hereditäre Koproporphyrie kann sich in einer akuten und einer chronischen Ausprägung zeigen. In der akuten Manifestation leiden Patienten typischerweise unter anhaltender Übelkeit, starkem Erbrechen, starkem epigastrischem Abdominalschmerz, Verstopfung, Obstipation, kortikaler Blindheit, Hypertonie, Hyponatriämie, Tachykardie, rötlichem Urin und zeitlich beschränkten Krampfattacken, die auch zu Depressionen führen können. Psychologische Symptome gehen üblicherweise mit körperlichen Symptomen, insbesondere mit abdominalem Schmerz, einher und treten nicht allein auf. Patienten können auch motorische Neuropathien entwickeln, die dem Guillain-Barré Syndrom ähneln. Diffuse Schmerzen im Oberkörper können ebenfalls auftreten. Hereditäre Koproporphyrie ist zwischen diskreten Anfällen typischerweise asymptomatisch. Bei der chronischen Ausprägung der hereditären Koproporphyrie ist eine stark ausgeprägte Photosensitivität charakteristisch. Insbesondere das Gesicht und die Hände eines Patienten sind durch die erhöhte Sonnenexposition verstärkt betroffen. Bei betroffenen Körperteilen ist die Haut typischerweise rissig und bildet verstärkt Bullae sowie hyperpigmentierte Narben [3].

Die pathogenen Mutationen des CPOX Gens treten bei Frauen und Männern mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf. Frauen sind jedoch signifikant häufiger von akuten Episoden betroffen, insbesondere zwischen Menarche und Menopause (i.e. im Alter von 16-45). Bei hereditärer Koproporphyrie sind akute Attacken vor der Pubertät sehr selten [3].

Krampfanfall
  • Dazu gehören die akute Attacken von Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Bluthochdruck und Krampfanfälle, sowie die Hautbefunde in Porphyria cutanea tarda, nämlich erhöhte Haut Fragilität gesehen, bullösen Läsionen nach Sonneneinstrahlung[mussenstellen.com]
  • Bei einigen Patienten kommt es zu Vigilanzstörungen, Krampfanfällen, Verstimmungs- und/oder Erregungszuständen bis hin zu Halluzinationen. Es gibt Hinweise, dass die Prävalenz akuter Porphyrien bei psychiatrisch Kranken deutlich höher ist.[slidedocument.com]
  • Oft kommt es zu Dehydratation und Elektrolytstörungen (Hyponatriämie durch inadäquate ADH-Sekretion in 40%, kann zu Krampfanfällen führen, wie auch wenig Mg oder die Porphyrie selbst). Manchmal hilft verfärbter Urin bei der Diagnose.[praxis-depesche.de]
  • […] autosomal-dominant erblich Defekt der Porphobilinogen-Desaminase Überwiegend symptomlose Anlageträger oder latent Erkrankte Klinik: Abdomen: kolikartige Schmerzen Übelkeit und Erbrechen Obstipation Nervensystem: psychische Veränderungen Psychosen zerebrale Krampfanfälle[laborlexikon.de]
  • T. bei falscher Behandlung irreversibel psychiatrische Symptome (Krampfanfälle und Psychosen) Auslöser für Attacken sind Medikamente (!)[chemie.de]
Roter Urin
  • Koproporphyrin im Urin stark erhöht, roter Urin autosomal-rezessiv, frühe Kindheit erythropoetische Protoporphyrie leichte Lichtdermatose , selten hämolytische Anämie Protoporphyrin in Erythrozyten u. im Stuhl stark erhöht autosomal-dominant, Kindheit[medizinfo.de]

Diagnostik

In den ersten Tests sollte man bei symptomatisch begründeten Verdachtsmomenten den Fokus auf die Urinanalyse legen, insbesondere auf die Urinkonzentrationen von Porphobilinogen und 5-Aminolävulinsäure, denn diese sind bei akuten Anfällen mindestens drei Mal höher als normal. Im Urin enthaltene Porphyrine sind während der Anfälle ebenfalls erhöht, zwischen Anfällen reduziert sich die Porphyrinkonzentration im Urin üblicherweise wieder auf annähernd normale Werte und kann nicht als spezifischer Test herangezogen werden [4] [5]. Leicht erhöhte aber durchgehend konstante Koproporphyrinkonzentrationen können andere Ursachen haben und sind nicht aussagekräftig. Die Natriumkonzentration im Blutserum sollte bei Patienten während der Attacken gemessen werden, um die Diagnose abzusichern, denn Hyponatriämie ist ein häufiges Symptom. Eine direkte Messung der enzymatischen Aktivität von CPO ist schwer machbar und daher nicht anzuraten.

Im weiteren Arbeitsablauf ist der Nachweis von erhöhten Koproporphyrinen im Fäzes des Patienten für die Finalisierung der Diagnose zwingend. Bei hereditärer Koproporphyrie ist die Koproporphyrin III Konzentration bis zu 200fach erhöht [6]. Der direkte Test der Koproporphyrin III Konzentration vor der oben ausgeführten Urinanalyse ist zu unspezifisch und unzuverlässig um auf dieser Basis die Diagnose zu rechtfertigen. Das Verhältnis der Koproporphyrin III im Vergleich zur Koproporphyrin Konzentration ist eine gute Messgröße um hereditäre Koproporphyrie nachzuweisen, denn bei bestehenden Erkrankungen ist die Konzentration des Koproporphyrin III Isomers dominant (60-95%), wohingegen bei Kontrollgruppen die Koproporphyrin Isomere in vergleichbaren Konzentrationen auftreten [7] [8].

Abdominale Schmerzen stehen bei hereditärer Koproporphyrie im engen Zusammenhang mit erhöhten Urinkonzentrationen des Häm-Vorläufermoleküls Delta-Aminolävulinsäure. Die Verabreichung von Hämin während der akuten Attacken linderte die Schmerzsymptome, denn Hämin inhibiert die Katalyse der Delta-Aminolävulinsäure durch Aminolävulinsäuresynthase-1 [9].

Therapie

  • Indika 371 Therapie der Oligozoospermie kein Grund zur Resignation 377 Sachverzeichnis 387 Urheberrecht Häufige Begriffe und Wortgruppen Bibliografische Informationen[books.google.de]
  • Begleitend zur Therapie werden Laborkontrollen empfohlen. Eine rasche und zuverlässige Diagnosestellung ist daher von größter Bedeutung, um eine adäquate Therapie einleiten zu können und die neurologischen Schädigungen zu begrenzen.[dna-diagnostik.hamburg]
  • Neben der symptomatischen Therapie mit nicht porphyrinogenen Medikamenten, Elektrolytausgleich und intensiver Überwachung sind Glukose und Hämarginat intravenös zur Behandlung etabliert.[slidedocument.com]
  • Intravenöse Hämin ist die empfohlene Therapie bei akuten Attacken. Akute Attacken kann schwer genug, um zum Tod führen, wenn nicht schnell und richtig behandelt.[mussenstellen.com]
  • Therapie Akute Porphyrien Eine ursächliche Therapie existiert bisher nicht.[chemie-schule.de]

Prognose

  • Hämin zur Suppression der Häm-Synthese Kutane Porphyrie: Schutz vor Sonnenlicht (lange Kleidung, Sonnenbrille, Sonnenschutzcreme) Komplikationen [ Bearbeiten ] Prognose [ Bearbeiten ] Geschichte [ Bearbeiten ] Literatur [ Bearbeiten ] Puy H, Gouya L,[de.wikibooks.org]
  • Hydroa-vacciniformia-Typ: lichenoide Infiltrate nach Lichtexposition Hypertrichose an den Schläfen zunehmende, diffuse, wachsartige Verdickung und Vergröberung der Haut an den Handrücken und Fingerstreckseiten (Pseudolichenifikation) meist günstige Prognose[laborlexikon.de]
  • Bei konsequentem Schutz vor Lichtexposition mit Bekleidung und Sonnencreme und Meidung auslösender Noxen besteht für Patienten mit Porphyria cutanea tarda eine gute Prognose, die vom Ausmaß des Leberschadens bestimmt wird.[lecturio.de]
  • Porphyrie: Krankheitsverlauf und Prognose Der Schweregrad der Porphyrie ist unterschiedlich. Für die meisten Betroffenen ist ein weitgehend normales Leben möglich, wenn sie bestimmte Dinge beachten.[netdoktor.de]
  • HNPP mit der Ausnahme: (D) Wiederholung reversibler fokaler Neuropathien ENG –Untersuchung zeigt fokale Demyelinisierung In der Regel AD-Vererbung Ursache: Mutation des MPZ -Gens Behandlung der CMT: (C) Die dauerhafte Vitamin-C-Zufuhr verbessert die Prognose[tankonyvtar.hu]

Epidemiologie

  • Epidemiologie [ Bearbeiten ] Die häufigsten Formen sind die Porphyria cutanea tarda (PCT) und die Akute intermittierende Porphyrie (AIP).[de.wikibooks.org]
  • ,5 8 EPP 18q ,5 * Prävalenz der Erkrankung: Fälle pro Einwohner ** bisher 6 Fälle beschrieben *** bisher 20 Fälle mit HEP beschrieben **** hohe Prävalenz in Südafrika und Südamerika (Founder-Effekt) # zusätzlich: Harderoporphyrie mit 13 Mutationen 4 Epidemiologie[slidedocument.com]
  • Bearbeiten Synonym: Porphyria Englisch : porphyria 1 Definition Porphyrien sind eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen , bei der die Biosynthese von Häm gestört abläuft. 2 Epidemiologie Die Häufigkeit von Porphyrien unterscheidet sich je nach Typ der[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Günther) 32 1/2 Akute intermittierende Porphyrie 826 3/1 Porphyria variegata 124 3/1 Hereditäre Koproporphyrie 71 6/1 Doss-Porphyrie 3 -/3 Gesamt 4375 2/1 Akute hepatische Porphyrien (AIP, PV, HKP, ALSDP) Pathophysiologie Unter der Einwirkung von porphyrinogenen[slidedocument.com]
  • Teil 1: Pathophysiologie, Klassifikation und Klinik. Fortschritte der Medizin 1998; 116 (Nr. 20-21): 44-6. Teil 2: Diagnose und Therapie. Fortschritte der Medizin 1998; 116 (Nr. 22-23): 44-6. Kühnel A, Groß U, Doss MO.[porphyrie.com]
  • Olav Hagemann zur Umfrage Suchen nach: Pathophysiologie: Porphyrien sind angeborene oder erworbene Störungen des Pigmentstoffwechsels, die auf spezifischen Enzymdefekten der Hämbiosynthese beruhen (siehe Abbildung: Porphyrinstoffwechsel Überproduktion[laborlexikon.de]
  • Ätiologie und Pathophysiologie Bei den Porphyrien handelt es sich um vorwiegend genetisch bedingte Erkrankungen des Porphyrinstoffwechsels mit variabler klinischer Symptomatik.[aerzteblatt.de]

Quellen

Artikel

  1. Dong-Sun L, Flachsová E, Bodnárová M, Demeler B, Martásek P, Raman CS. Structural basis of hereditary coproporphyria. Proc Natl Acad Sci U S A. 2005;102(40):14232–14237.
  2. Rosipal R, Lamoril J, Puy H, et al. Systematic analysis of coproporphyrinogen oxidase gene defects in hereditary coproporphyria and mutation update. Hum Mutat. 1999;13(1):44-53.
  3. Bissell DM, Wang B, Lai J. Hereditary Coproporphyria. In: Pagon RA, Adam MP, Ardinger HH, et al. eds. GeneReviews®. Seattle, WA: University of Washington, Seattle; 1993-2017.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK114807/ Accessed March 27th 2017.
  4. Roshal M, Turgeon J, Rainey PM. Rapid quantitative method using spin columns to measure porphobilinogen in urine. Clin Chem. 2008;54(2):429-431.
  5. Stein P, Badminton M, Barth J, Rees D, Stewart MF. Best practice guidelines on clinical management of acute attacks of porphyria and their complications. Ann Clin Biochem. 2013;50(3):217-223.
  6. Whatley SD, Mason NG, Woolf JR, Newcombe RG, Elder GH, Badminton MN. Diagnostic strategies for autosomal dominant acute porphyrias: retrospective analysis of 467 unrelated patients referred for mutational analysis of the HMBS, CPOX, or PPOX gene. Clin Chem. 2009;55(7):1406-1414.
  7. Kühnel A, Gross U, Doss MO. Hereditary coproporphyria in Germany: clinical-biochemical studies in 53 patients. Clin Biochem. 2000;33(6):465-473.
  8. Blake D, McManus J, Cronin V, Ratnaike S. Fecal coproporphyrin isomers in hereditary coproporphyria. Clin Chem. 1992;38(1):96-100.
  9. Bissell DM, Lai JC, Meister RK, Blanc PD. Role of delta-aminolevulinic acid in the symptoms of acute porphyria. Am J Med. 2015;128:313–317.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:41