Kokzidioidomykose (Coccidioides immitis-Infektion)

Coccidioidomycosis 01[1]

Die Kokzidioidomykose ist eine Pilzinfektion, die durch Coccidioides verursacht wird.


Symptome

Die Kokzidioidomykose kann anfänglich als milde, akute Erkrankungen auftreten, kann sich aber im Verlauf in eine schwere, chronische oder disseminierte Krankheit wandeln. Die Symptomatik der Kokzidioidomykose ist anbhängig vom Stadium der Krankheit.

Akute Kokzidioidomykose

Diese Form der Kokzidioidomykose ist meist mild. Das Einsetzen der Symptome tritt häufig ein bis drei Wochen nach der Sporenbelastung auf. Der Patient klagt über grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Husten, Kopfschmerzen, Arthralgien und Müdigkeit. Fleckige Ausschläge am Thorax und den Extremitäten können auftreten. Schwerwiegende Schmerzen in der Brust können einem Myokardinfarkt ähneln.

Chronische Kokzidioidomykose

Dieser Zustand entwickelt sich aus akuten Form, wenn die Symptome nicht während der akuten Phase der Erkrankung vergehen. Dabei wird häufig Pneumonie bei immungeschwächten Personen beobachtet. Die folgenden Symptome werden häufig bei chronischer Kokzidioidomykose berichtet: Gewichtsverlust, niedriges Fieber, wiederkehrender Husten, anhaltende Schmerzen in der Brust und blutige Expektorationen.

Disseminierter Kokzidioidomykose

Dieser Typ ist die schwerste Form der Kokzidioidomykose, wo die Infektion sich bereits auf andere Organe wie Haut, Knochen, Leber, Zentralnnervensystem und Herz ausgebreitet hat. Die Symptomatik hängt von den Organen ab, die betroffen sind.

Diagnostik

Die Diagnose der Kokzidioidomykose kann schwierig sein, da diese Pilzinfektion gewöhnliche virale Infektionen imitieren kann. Auch ein Röntgen des Thorax kann möglicherweise keine spezifische Diagnose möglich machen. Die definitive Diagnose der Kokzidioidomykose ist nur durch Nachweis von Sphärulen möglich [8].

Die folgenden Tests werden durchgeführt, um Kokzidioidomykose zu diagnostizieren:

  • Mikroskopischer Nachweis von Sphärulen
  • Blutuntersuchungen können Antikörper gegen den Pilz zeigen [9]

Therapie

Die Kokzidioidomykose ist oft mild und bedarf keiner Behandlung. In schweren Fällen werden die Symptome mit erhöhter Flüssigkeitszufuhr und ausreichender Bettruhe behandelt. Für Patienten mit persistierenden Symptomen und hohem Risiko, werden antimykotische Medikamente wie Fluconazol und Itraconazol in schweren Fällen von Kokzidioidomykose verwendet. Die schwerwiegendste, disseminierte Forme der Kokzidioidomykose wird mit intravenösem Amphotericin B [10] behandelt.

Prognose

Die Mehrzahl der Fälle ist selbstbegrenzend und bildet sich innerhalb von wenigen Monaten zurück. Die Therapie mit Antimykotika wird mit ausgezeichneter Prognose assoziiert. Patienten, die an der chronischen Phase der Kokzidioidomykose mit defekter zellulärer Immunität leiden, haben ein höheren Risiko für intrapulmonale Kavitation und extrapulmonalen Verbreitung der Infektion auf andere Organe. Eine schlechte Prognose hat die disseminierte Form, die jedoch nur 1% aller Fälle ausmacht.

Komplikationen

Die Mehrheit der Patienten entwickelt leichte bis mittelschwere Symptome, die spontan und ohne Medikamente heilen. Jedoch haben bestimmte Personengruppen wie Filipinos, spanischstämmige Personen und Asiaten ein erhöhtes Risiko, die schwere disseminierte Form der Infektion zu entwickeln. Die folgenden Komplikationen können bei Kokzidioidomykose bei immungeschwächten Patienten auftreten:

Ätiologie

Kokzidioidomykose wird von zwei genetisch unterschiedlichen, aber morphologisch identischen Bodenpilzen verursacht. Diese Pilze sind Coccidioides immitis und Coccidioides posadasii. Beide Pilze sind endemisch in den Trockengebieten der westlichen Hemisphäre. Sie kommen im Überfluss in Regionen mit geringer Höhe, kaum Regen, mildem Winter, heißem Sommer und sandalkalischen Böden mit Zunahme des Salzgehalts vor [1]. Coccidioides immitisis ist weitgehend auf das San Joaquin Valley beschränkt, daher der Name Talfieber. Es gab Berichte über Übertragung von Kokzidioidomykose von infizierten Katzen auf Menschen [2].

Epidemiologie

Archäologen, Landwirte und Bauarbeitern sind besonders gefährdet aufgrund des häufigen Kontakts mit infizierten Böden [4]. Es gibt schätzungsweise 150.000 Infektionen pro Jahr in den Vereinigten Staaten. Die Todesrate beträgt etwa 75 Fälle pro Jahr in den USA. Die Prävalenzrate der Krankheit erreicht 30 bis 40% der Bevölkerung in den endemischen Gebieten wie Kalifornien und Arizona [5]. Ältere Männer sind anfälliger für die Infektion durch berufliche Exposition. Eine Infektion des Neugeborenen kommt selten vor [6].

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Die Pathophysiologie der Kokzidioidomykose beginnt mit dem Einatmen der Sporen aus dem Boden. Anschließend werden innerhalb der Bronchiolen Sphärulen geformt. Hunderte bis Tausende Endosporen werden in diesen gebildet und in das Gewebe freigesetzt [7]. Die Bildung von Sphärulen verursacht einen lokalen Entzündungsprozess mit Eiterbildung und Gewebsnekrose. Die chronische Infektion ist durch Bildung von Granulomen oder Riesenzellen gekennzeichnet.

Prävention

Personen, die in endemischen Gebieten leben, müssen zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen vor allem in den Sommermonaten ergreifen. Man kann Schutzmaske verwenden, um das Einatmen von Sporen zu vermeiden. Der Aufenthalt im Haus während der Staubstürme, Befeuchtung des Bodens vor dem Graben, und das Verschlossenhalten von Türen und Fenstern sind ebenfalls präventive Maßnahmen.

Zusammenfassung

Die Kokzidioidomykose, die auch als Talfieber, Wüstenfieber oder Wüstenrheumatismus bezeichnet wird, ist eine Pilzinfektion, gekennzeichnet durch Husten, Fieber, Dyspnoe und Schmerzen in der Brust. Die Pilze sind im Boden zu finden und die Sporen werden durch Wind, landwirtschaftliche Arbeiten, Aushubarbeiten und bauliche Tätigkeiten aufgewirbelt.
Die Sporen können anschließend leicht in die Lunge gelangen. Eine milde Form der Pilzinfektion kann spontan ohne Behandlung vergehen, während schwere Infektionen antimykotische Medikamente erfordern können.

Patientenhinweise

Definition

Die Kokzidioidomykose ist eine Pilzinfektion, die durch Husten, Atemnot und Brustschmerzen gekennzeichnet ist.

Ursache

Die Bodenpilze Coccidioides immitis und Coccidioides posadasii verursachen die Krankheit.

Symptome

Grippeähnliche Symptome und Hautausschläge können in der akuten Phase auftreten. Anhaltende Beschwerden, Gelenkschmerzen und Lungenentzündung sind in der chronischen Phase typisch. Extrapulmonale Beteiligung bei disseminierter Kokzidioidomykose ist möglich.

Diagnose

Der Erreger wird durch eine mikroskopische Untersuchung nachgewiesen.

Behandlung

Bettruhe und antimykotische Medikamente sind die Behandlungsmöglichkeiten für Kokzidioidomykose.

Selbsttest

Frage stellen


5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.

Quellen

  1. Parish JM, Blair JE. Coccidioidomycosis. Mayo Clin Proc. Mar 2008; 83(3):343-48; 348-9.
  2. Gaidici A, Saubolle MA. Transmission of coccidioidomycosis to a human via a cat bite. J Clin Microbiol. Feb 2009; 47(2):505-6.
  3. de Aguiar Cordeiro R, Brilhante RS, Rocha MF, et al. Twelve years of coccidioidomycosis in Ceara State, Northeast Brazil: epidemiologic and diagnostic aspects. Diagn Microbiol Infect Dis. 2009.
  4. CDC. from the Centers for Disease Control and Prevention. Coccidioidomycosis following the Northridge earthquake--California, 1994. JAMA. Jun 8 1994; 271(22):1735.
  5. Galgiani JN. Coccidioides Species. In: Principles and Practices of Infectious Diseases, Mandell, Douglas and Bennet. Vol 2. 6th ed. Elsevier; 2005:3040-51
  6. Hooper JE, Lu Q, Pepkowitz SH. Disseminated coccidioidomycosis in pregnancy. Arch Pathol Lab Med. Apr 2007; 131(4):652-5.
  7. Kleiman MB. Coccidioides immitis and Coccidiodes posadasii (Coccidiodomycosis). In: Long SS, Pickering LK, Prober CG. Principles and practice of pediatric infectious disease. 3rd ed. Philadelphia: Churchill Livingstone; 2008:1213-1217.
  8. Nesbit LA, Knox KS, Nguyen CT, Roesch J, Wheat LJ, Johnson SM, et al. Immunological characterization of bronchoalveolar lavage fluid in patients with acute pulmonary coccidioidomycosis. J Infect Dis. Jun 3 2013
  9. Durkin M, Connolly P, Kuberski T, et al. Diagnosis of coccidioidomycosis with use of the Coccidioides antigen enzyme immunoassay. Clin Infect Dis. Oct 15 2008; 47(8):e69-73.
  10. Galgiani JN, Ampel NM, Catanzaro A, Johnson RH, Stevens DA, Williams PL. Practice guideline for the treatment of coccidioidomycosis. Infectious Diseases Society of America. Clin Infect Dis. Apr 2000; 30(4):658-61.

Medien Referenzen

  1. Coccidioidomycosis 01, Public Domain

In anderen Sprachen