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Pseudogicht

Chondrokalzinose

Die Pseudogicht ist eine häufige kristallinduzierte Arthropathie, die durch durch Ablagerung von Kalziumpyrophosphat verursacht wird.


Symptome

Folgende Symptome sind bei Pseudogicht möglich:

  • Betroffenen Gelenke sind schmerzhaft.
  • Es kommt zu Flüssigkeitsansammlungen in den Gelenken.
  • Betroffene Gelenke sind überwärmt.
  • Die Bildung von Tophi ist selten [9].
Fieber
  • In seltenen Fällen befällt sie auch die Wirbelsäule, besonders die Halswirbelsäule und macht Beschwerden wie bei einer Meningitis mit Nackensteife, Schmerzen in der Halswirbelsäule, teilweise sogar mit Fieber.[rheport.de]
  • Fieber oder Verwirrtheit sind dann möglich. Ausgeschlossen werden sollten deshalb auch eine infektiöse, septische Ursache für die Gelenkentzündung.[arthrose-journal.de]
  • Manchmal ist die Entzündung weiter und verursacht ein allgemeines Krankheitsgefühl, verbunden mit Fieber, unter anderem. Ein Angriff der Schmerz dauert mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen.[vollenriel.com]
Gelenkschwellung
  • Bei einer Gelenkschwellung kann eine Gelenkpunktion mit sofortiger Untersuchung der Gelenkflüssigkeit am praxiseigenen Polarisationsmikroskop erfolgen.[rheumatologie-heidelberg.de]
  • Zusätzlich zu den anfallsartigen Schmerzen kann eine Gelenkschwellung mit Ergussbildung und Überwärmung auftreten. Die chronische Ablagerung von Calciumphosphaten ist in ihren Symptomen nicht von der Arthrose zu unterscheiden.[orthinform.de]
  • Beschwerden Es kommt während der Erkrankung zu akuten Anfällen mit Gelenksentzündung, Gelenkschmerzen, Gelenkschwellung, Überwärmung und Bewegungseinschränkung der Gelenke und Muskelschmerzen.[biowellmed.de]
Neuropathische Arthropathie
  • Sie ist sehr selten und führt zu einer sehr raschen Zerstörung des Gelenks, vergleichbar dem Verlauf einer neuropathischen Arthropathie ( Charcot-Arthropathie ).[rheuma-online.de]
Arthralgie
  • Arthralgie A. ist eine allgemeine Bezeichnung für Schmerzen in Gelenken. Arthritis (urica) Arthritis ist die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Die Ursachen können sehr verschieden sein (häufig z. B. im Verlauf von Rheuma).[ratiopharm.de]

Diagnostik

Die Symptome der Pseudogicht ähneln denen von Gicht. Daher sind verschiedene Untersuchungen notwendig, um zu einer endgültigen Diagnose zu gelangen. Die folgenden Verfahren werden verwendet, um Pseudogicht zu diagnostizieren:

  • Gelenkpunktion: Nachweis von Kalziumpyrophosphatkristallen.
  • Blutuntersuchungen: Für den Ausschluss anderer Grunderkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen
  • Bildgebung: Um das Ausmaß der Beschädigung der Gelenke zu bestimmen.

Therapie

Die Pseudogicht kann nicht geheilt werden, aber verschiedene Behandlungsverfahren können bei effektiver Linderung der Beschwerden helfen. Die folgenden Therapieoptionen werden bei Pseudogicht eingesetzt:

  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs)
  • Korticosteroide und Colchicin zur Linderung der Entzündung und der damit verbundenen Schmerzen im betroffenen Gelenk. Bei wiederkehrenden Anfällen von Pseudogicht kann Colchicin als prophylaktische Maßnahme gegeben werden.
  • Bei Ansammlung von Flüssigkeit kann eine Punktion des betroffenen Gelenks die Beschwerden lindern [10] und Kristalle können so aus den Gelenken entfernt werden.

Prognose

Die Prognose der Erkrankung ist in der Regel günstig bei rechtzeitiger Einleitung der Behandlung. Akute Attacken dauern meist etwa 10 Tage. Komplikationen können bei fehlender Therapie auftreten. In solchen Fällen kann es zu permanenter schwerer Gelenkschädigung kommen.

Ätiologie

Die Ablagerung von Kalziumpyrophosphat in den Gelenken verursacht Pseudogicht. Der auslösende Faktor dafür ist nicht bekannt, aber zunehmendes Alter scheint der Hauptfaktor zu sein. Mehr als 50% der Personen im Alter von 85 Jahre haben Ablagerungen von Kalziumpyrophosphat in den Gelenken. Allerdings entwickeln nicht alle von ihnen Pseudogicht. Der Grund dafür ist noch nicht geklärt. Genetische Faktoren könnten beteiligt sein [2].

Einige der Risikofaktoren für die Entstehung von Pseudogicht sind:

Epidemiologie

Die Pseudogicht ist häufig und betrifft etwa 1,3 je 1000 erwachsene Personen. Das Auftreten von Pseudogicht variiert mit dem Alter und insbesondere Frauen sind häufiger von dieser Krankheit betroffen. Es wurde auch geschätzt, dass etwa 30% der Personen über einem Alter von 60 Jahren und 50% der Individuen über 90 Jahre, Ablagerungen in den Gelenken aufweisen. Darüber hinaus scheint Pseudogicht mit der Entwicklung von Herzerkrankungen bei den betroffenen Personen verbunden zu sein.

Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

Die Ablagerung von Kalziumpyrophosphat in den Gelenken verursacht Pseudogicht [7]. Der genaue Faktor, der diesen Prozess auslöst, ist derzeit nicht bekannt. Dadurch kommt es zu Schwellungen und Schmerzhaftigkeit der Gelenke, die auch überwärmt sein können. Das Knie ist das Gelenk, das am häufigsten von Pseudogicht betroffen ist, jedoch können auch andere Bereiche wie Knöchel und Handgelenk befallen sein. Auch Mischformen mit Gicht sind möglich [8].

Prävention

Pseudogicht kann nicht verhindert werden. Auslösende Faktoren sollten jedoch vermieden oder therapiert werden.

Zusammenfassung

Die Pseudogicht, auch als Chondrokalzinose bekannt, entsteht durch Ablagerung von Kalziumpyrophosphat in den Gelenken [1]. Häufig sind die großen Gelenke, wie das Knie, betroffen. Pseudogicht ist eine ernsthafte Erkrankung, sie verursacht Schmerzen und Entzündungen und die Attacken können mehrere Tage bis Wochen dauern, und das Leben der Patienten schwer beeinflussen. Eine sofortige Behandlung ist wichtig um eine Verschlechterung des Zustandes zu vermeiden. Frauen sind häufiger betroffen im Vergleich zu Männern. Die Pseudogicht erhielt ihren Namen im Jahr 1962, als sie als eigenständige Krankheit, unabhängig von Gicht, beschrieben wurde.

Patientenhinweise

Definition

Die Pseudogicht ist eine Gelenkerkrankung, die Entzündungen und Schmerzen verursacht. Die Krankheit, auch als Chondrokalzinose bekannt, entsteht durch Ablagerung von Kalziumpyrophosphat in den Gelenken. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursache

Das Alter ist der häufigste Faktor für Pseudogicht. Bestimmte andere Erkrankungen können auch Pseudogicht begünstigen, dazu gehören Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse, Morbus Wilson, Akromegalie und Hämochromatose.

Symptome

Typische Symptome sind Schmerzen und Entzündungen in den betroffenen Gelenken. Das betroffene Gebiet fühlt sich auch warm an. Eine akute Attacke dauert mehrere Tage bis Wochen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt meist durch eine Röntgenuntersuchung der Gelenke. Darüber hinaus können auch verschiedene Labortests durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Grunderkrankungen festzustellen. In vielen Fällen wird die Flüssigkeit aus dem Gelenk auch auf das Vorhandensein von Kristallen untersucht.

Behandlung

Die Pseudogicht kann nicht geheilt werden. Mit entsprechenden Medikamenten und Therapien können die Beschwerden aber effektiv gelindert werden. Medikamente wie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) und Kortikosteroide werden zur Bekämpfung von Schmerzen und Entzündungen im Gelenk eingesetzt. Bei häufigen Attacken kann Colchicin als vorbeugende Maßnahme gegeben werden. Die Flüssigkeit, die sich in den Gelenken angesammelt hat, kann auch entfernt werden, um die damit verbundenen Schmerzen zu reduzieren.

Quellen

Artikel

  1. Currie WJ. The gout patient in general practice. Rheumatol Rehabil. Nov 1978; 17(4):205-17.
  2. Ciancio G, Bortoluzzi A, Govoni M. Epidemiology of gout and chondrocalcinosis. Reumatismo. Jan 19 2012; 63(4):207-20.
  3. Rho YH, Zhu Y, Zhang Y, Reginato AM, Choi HK. Risk factors for pseudogout in the general population.Rheumatology (Oxford). Nov 2012; 51(11):2070-4.
  4. Watanabe H, Yamada S, Anayama S, Sato E, Maekawa S, Sugiyama H, et al. Pseudogout attack induced during etidronate disodium therapy. Mod Rheumatol. 2006; 16(2):117-9.
  5. Taggarshe D, Ng CH, Molokwu C, Singh S. Acute pseudogout following contrast angiography. Clin Rheumatol. Feb 2006; 25(1):115-6.
  6. Ogawa Y, Nagatsuma M, Kubota G, Inoue G. Acute lumbar spinal pseudogout attack after instrumented surgery. Spine (Phila Pa 1976). 2012; 37(24):E1529-33 (
  7. Busso N, Ea HK. The mechanisms of inflammation in gout and pseudogout (CPP-induced arthritis). Reumatismo. 2011; 63(4):230-7 
  8. Yoo Y, Seo YJ, Huh M. Gout and coexisting pseudogout in the knee joint. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2011; 19(4):553-5
  9. Srinivasan V, Kesler H, Johnson M. Tophaceous pseudogout of the thoracic spine. Acta Neurochir (Wien). 2012; 154(4):747-50; discussion 750
  10. Lin SH, Hsieh ET, Wu TY, Chang CW. Cervical myelopathy induced by pseudogout in ligamentum flavum and retro-odontoid mass: a case report. Spinal Cord. Nov 2006; 44(11):692-4.a

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 16:05