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Schussverletzung

Schusswunde

Eine Schussverletzung bedeutet je nach Waffentyp, Geschwindigkeit des Projektils und Nähe des Patienten zur Schusswaffe oberflächliche und penetrierende Traumata unterschiedlichen Schweregrades. Die Läsion größerer Gefäße und vitaler Organe kann dabei zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust und/oder Organversagen führen, weshalb die Mortalität sehr hoch ist. In der klinischen Untersuchung gilt der Eintrittswunde, einer eventuell vorhandenen Austrittswunde und dem Schusskanal besondere Aufmerksamkeit. Zur Abklärung von Gewebeschäden werden zumeist bildgebende Verfahren eingesetzt. Der jeweils geltende rechtliche Rahmen zu Schweigepflicht und Meldepflicht ist zu beachten.


Symptome

Eine Schussverletzung geht in der Regel mit Läsionen verschiedener Organe und Gewebe einher, zum Beispiel der Haut, der Weichgewebe einschließlich von Blutgefäßen, innerer Organe und skelettärer Strukturen [1]. Der Schweregrad der Verletzung und der Aspekt der Schusswunde hängen im Wesentlichen von zwei Faktoren ab, nämlich von der Geschwindigkeit des Projektils und der Distanz zwischen Patient und Schusswaffe bei der Abgabe des Schusses.

Bezüglich der Geschwindigkeit des Projektils kann eine Einteilung in zwei Gruppen vorgenommen werden:

  • Bei einer Projektilgeschwindigkeit von <600 m/s spricht man von Projektilen geringer Geschwindigkeit, während Hochgeschwindigkeitsprojektile >600 m/s erreichen.
  • Hochgeschwindigkeitsprojektile dringen tiefer in das Gewebe ein und verursachen demzufolge schwerere Schussverletzungen [1] [2].

Der äußere Aspekt der Schusswunde lässt Rückschlüsse auf den Abstand zwischen Patient und Schusswaffe bei Schussabgabe zu [3] [4]:

  • Wenn bei Abgabe des Schusses der Lauf der Waffe auf der Haut des Patienten aufliegt, sind Anzeichen der Hitzeeinwirkung und Rußspuren erkennbar. Der Ruß dringt mitunter in die Haut ein, scheint "tätowiert". Die Eintrittswunde ist sternförmig und weit, die Wundränder verbrannt und daher oft schwarz verfärbt. Die umliegende Haut ist gerötet. Es sei darauf hingewiesen, dass je nach Waffentyp bei einer Schussverletzung Austrittswunden entstehen können, die einer typischen Kontakt-Eintrittswunde sehr ähnlich sehen.
  • Auch bei geringem Abstand zwischen der Mündung der Waffe und der Haut des Patienten finden sich noch Rußspuren im Bereich um die Eintrittswunde. Die Verteilung des Rußes um die Wunde erlaubt möglicherweise Rückschlüsse auf den Winkel, in dem die Waffe gehalten wurde. Je flacher der Winkel, desto ungleichmäßiger ist der Ruß verteilt.
  • Schussverletzungen nach Schussabgabe in mittlerer oder großer Distanz gehen nicht mit Verbrennungen und Rußablagerungen auf der Haut einher.

Diagnostik

Eine Einschätzung des Allgemeinzustandes des Patienten anhand von Ergebnissen der klinischen Untersuchung und Blutanalysen erfolgt unverzüglich und parallel zur detaillierten Inspektion der Schusswunde, da möglicherweise lebensrettende Maßnahmen eingeleitet und starke Blutungen gestillt werden müssen. Aus rechtlichen Gründen ist unbedingt auch auf die Form der Eintritts- und Austrittswunde, auf das Aussehen der Wundränder und die Präsenz von Hitzeschäden und Rußablagerungen zu achten. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte der Fall fotographisch dokumentiert werden.

Dann ist der Zustand tiefer liegender Strukturen zu beurteilen, je nach Lokalisation der Schussverletzung und möglicherweise geschädigten Organen mit Hilfe der Sonographie, des Röntgens oder aufwendigerer Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanztomographie. Die Magnetresonanztomographie sollte jedoch nicht zur Anwendung kommen, bis sicher ist, dass sich keine metallischen Objekte mehr im Schusskanal befinden, denn diese könnten bewegt werden und sekundäre Verletzungen hervorrufen [2] [5]. Primäres Ziel der bildgebenden Diagnostik ist die Detektion von Läsionen größerer Gefäße und innerer Organe [2] [5] [6] [7].

Therapie

  • 1460 bei Heinrich von Pfalzpaint , 1497 bei Hieronymus Brunschwig , 1517 bei Hans von Gersdorff ) Durchschlagskraft Geschosswirkung Heimatschuss Mannstoppwirkung Wehrmedizin Weichziel Wundballistik Einzelnachweise Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie[de.wikipedia.org]
  • Neben der funktionellen und ästhetischen Behandlung von Gesichtsschussverletzungen zielt die Therapie darauf ab, Projektile und Splittermaterialien – sofern möglich – vollständig zu entfernen.[zwp-online.info]
  • Therapie : - Extensives Debridement (Haut, Subcutis, Muskulatur).[notfallzentrum.insel.ch]
  • Biberthaler hat während seiner Zeit als Sanitäter bei der Bundeswehr und anschließend bei Studienaufenthalten in Brasilien und den USA umfangreiche Erfahrungen in der Therapie von Schussverletzungen gesammelt und behandelt seitdem kontinuierlich Patienten[jagderleben.landlive.de]

Quellen

Artikel

  1. Seng VS, Masquelet AC. Management of civilian ballistic fractures. Orthop Traumatol Surg Res. 2013;99(8):953-958.
  2. Lichte P, Oberbeck R, Binnebösel M, et al. A civilian perspective on ballistic trauma and gunshot injuries. Scand J Trauma Resusc Emerg Med. 2010;18:35.
  3. Dicpinigaitis PA, Koval KJ, Tejwani NC, Egol KA. Gunshot wounds to the extremities. Bull NYU Hosp Jt Dis. 2006;64(3-4):139-155.
  4. Denton JS, Segovia A, Filkins JA; Practical pathology of gunshot wounds. Arch Pathol Lab Med. 2006;130(9):1283-1289.
  5. Ro T, Murray R, Galvan D, Nazim MH. Atypical gunshot wound: Bullet trajectory analyzed by computed tomography. International Journal of Surgery Case Reports. 2015;14:104-107.
  6. Burg A, Nachum G, Salai M, et al. Treating civilian gunshot wounds to the extremities in a level 1 trauma center: our experience and recommendations. Isr Med Assoc J. 2009;11(9):546-551.
  7. Madsen A, Laing G, Bruce J, Clarke D. A comparative audit of gunshot wounds and stab wounds to the neck in a South African metropolitan trauma service. Ann R Coll Surg Engl. 2016;98(7):488-495.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:05