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Seeigelstich

Beim Seeigelstich handelt es sich um eine Stichwunde, die dem Patienten durch stacheltragende Echinodermata der Klasse Echinoidea beigebracht wurde. Obwohl Seeigelstiche häufig auftreten, sind schwere Verletzungen durch Echinodermata selten.


Symptome

Die Mehrzahl der Patienten, die mit einem Seeigelstich vorstellig werden, können ihrem Arzt genau mitteilen, wann und wo sie sich die Verletzung zugezogen haben. Die visuelle Inspektion des betroffenen Hautbereichs zeigt in der Regel mehrere Stichwunden, die von geröteter oder bläulich verfärbter Haut umgeben sind. Zusätzliche Anzeichen für eine Entzündung, z.B. vermehrte Wärme und geschwollenes Gewebe, können ebenfalls festgestellt werden. Die Patienten beschreiben häufig einen brennenden oder stechenden Schmerz [1] [2]. Je nach Tiefe der Läsion können Blutungen auftreten. Selten führen multiple tiefe Seeigelstiche zu einem derart großen Blutverlust, dass die Betroffenen sich vermehrt müde und schwach fühlen oder gar einen Schock erleiden. In manchen Fällen sind im Wundkanal Fragmente von Seeigelstacheln zu erkennen.

Systemische Komplikationen können sich einstellen, wenn der Stich durch einen giftigen Seeigel erfolgte. In solchen Fällen sind lokale Entzündungssymptome und Schmerzen meist wesentlich stärker ausgeprägt. Die Schmerzen halten mehrere Stunden an, wenn keine Behandlung eingeleitet wird. In Einzelfällen wurde über Hypotonie, Übelkeit und Erbrechen, Parästhesien, Muskellähmungen und eine sich aus dieser ergebende Dyspnoe berichtet [3]. Über schwere, potenziell lebensbedrohliche Folgen eines Seeigelstichs wurde nur in wenigen Ausnahmefällen berichtet [4] [5] [6].

Mittel- bis langfristige Komplikationen eines Seeigelstichs umfassen die Infektion der Wunde und die Bildung von Granulomen [7], wenn Teile der Stacheln in der Wunde verbleiben. Eine Infektion der Wunde geht mit einer verstärkten Entzündung einher, die in der Regel auf angrenzende Gewebe übergreift. Weiterhin wurde über eine anhaltende Verfärbung des betroffenen Hautbereichs berichtet, die wohl durch die Diffusion von Pigmenten aus den Stacheln dunkler Seeigel zu erklären ist.

Wenn im Rahmen eines Seeigelstichs andere Strukturen als die Haut verletzt werden, Sehnenscheiden, Schleimbeutel und Gelenke beispielsweise, resultieren daraus komplexere klinische Bilder. So wurde bereits über entsprechend verursachte Fälle von intraartikulärer Granulombildung mit folgender Arthritis berichtet [8]. Auch zur Synovitis und Tenosynovitis kann es nach einem Seeigelstich kommen [9].

Diagnostik

Die Diagnose kann zumeist schon anhand der anamnestischen Angaben erfolgen. Eine gründliche Aufarbeitung des Falles empfiehlt sich jedoch, um das Ausmaß der Gewebeschädigung richtig einschätzen zu können. Dazu genügen oft einfache und kostengünstige bildgebende Verfahren: Die Wunde, die beim Seeigelstich entsteht, lässt sich auf Röntgenaufnahmen darstellen, da der Stachel selbst kalkhaltig ist und mit ihm auch Luft in das Weichgewebe eindringt. Liefert das Röntgen keine zufriedenstellenden Befunde, empfiehlt sich eine zusätzliche sonographische Untersuchung. Das gilt besonders, wenn die Darstellung kleiner Fremdkörper angestrebt wird. Magnetresonanz- und Computertomographie müssen kaum bemüht werden.

Die Patienten sollten zur letztmaligen Impfung gegen Tetanus befragt werden. Falls entsprechende Informationen nicht zur Verfügung gestellt werden können, ist eine erneute Immunisierung angezeigt.

Anhaltende Schmerzen oder Beschwerden, die auf die Beschädigung von Sehnen, Gelenken oder anderen anatomischen Strukturen hinweisen, machen eine erneute Untersuchung erforderlich. Proben sollten entnommen werden, um sie mikrobiologisch zu untersuchen und eine Infektion auszuschließen. Während es sich bei der Infektion um eine häufige Komplikation von Seeigelstichen handelt, sind bei der Beurteilung von Synovitiden, Arthritiden und Ähnlichem auch andere, nicht mit dem Seeigelstich in Zusammenhang stehende Erkrankungen in Betracht zu ziehen.

Therapie

  • Maßnahmen: Die Therapie erfolgt symptomatisch. In der Klinik sind Stachelteile zu entfernen.[gifte.de]
  • Eine spezifische Therapie gibt es nicht. In Australien werden vorbeugend immer wieder Strände gesperrt, da von Oktober bis Mai Portugiesische Galeeren zum Teil massenhaft auftreten.[pharmazeutische-zeitung.de]
  • Zur medikamentösen Therapie werden unter anderem Schmerzmittel , Desinfektionsmittel , Antibiotika und Impfstoffe eingesetzt. siehe auch Quallenschutzmittel Literatur Brown T.P. Diagnosis and management of injuries from dangerous marine life.[pharmawiki.ch]

Prognose

  • Seeigel-Stich: Krankheitsverlauf und Prognose Seeigel-Stiche sind zwar schmerzhaft, aber im Allgemeinen harmlos. Nur selten gelangen Menschen in Kontakt mit einem giftigen Exemplar.[netdoktor.de]

Quellen

Artikel

  1. Guyot-Drouot MH, Rouneau D, Rolland JM, et al. Arthritis, tenosynovitis, fasciitis, and bursitis due to sea urchin spines. A series of 12 cases in Reunion Island. Joint Bone Spine. 2000; 67(2):94-100.
  2. McWilliam LJ, Curry A, Rowland PL, Watson JS. Spinous injury caused by a sea urchin. J Clin Pathol. 1991; 44(5):428.
  3. Cracchiolo A, Goldberg L. Local and systemic reactions to puncture injuries by the sea urchin spine and the date palm thorn. Arthritis Rheum. 1977; 20(6):1206-1212.
  4. Edmonds C. Dangerous Marine Creatures. Frenchs Forest, NSW: Reed Books; 1989:192.
  5. Freyvogel TA. Poisonous and venomous animals in East Africa. Acta Trop. 1972; 29(4):401-451.
  6. Smith MM. Sea and Shore Dangers: Their Recognition, Avoidance, and Treatment. Grahamstown: JLB Smith Institute of Ichthyology, Rhodes University; 1977:21-31.
  7. De La Torre C, Toribio J. Sea-urchin granuloma: histologic profile. A pathologic study of 50 biopsies. J Cutan Pathol. 2001; 28(5):223-228.
  8. Wada T, Soma T, Gaman K, Usui M, Yamashita T. Sea urchin spine arthritis of the hand. J Hand Surg Am. 2008; 33(3):398-401.
  9. Reginato AJ, Ferreiro JL, O'Connor CR, et al. Clinical and pathologic studies of twenty-six patients with penetrating foreign body injury to the joints, bursae, and tendon sheaths. Arthritis Rheum. 1990; 33(12):1753-1762.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:48