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Steroidatrophie

Die Steroidatrophie ist eine iatrogene Entität. Sie resultiert vor allem aus der topischen Applikation von Kortikosteroiden, insbesondere im Gesicht, in den Axillae, im Leisten- oder Genitalbereich. Hier kommt es zunächst zu einer Verdünnung und schließlich zur Atrophie der Haut, zur Bildung von Streifen und Teleangiektasien. Die Diagnose erfolgt bei entsprechender Anamnese klinisch. Die Läsionen sind partiell reversibel, wenn die Anwendung der Steroide nach Auftreten erster Symptome eingestellt wird.


Symptome

Die Steroidatrophie wurde erstmalig durch Epstein und Kollegen im Jahr 1963 beschrieben [1] und kann nach der lokalen, seltener auch nach der systemischen Anwendung von Kortikosteroiden auftreten [2]. Als Risikofaktoren für eine Steroidatrophie gelten die Verwendung hochpotenter Wirkstoffe und deren häufiger Einsatz über längere Zeiträume [2]. Darüber hinaus sind jene Körperbereiche besonders empfindlich, an denen die Dermis grundsätzlich etwas dünner ist: Das betrifft die Haut im Gesicht, in den Achselhöhlen, in der Leiste und der Genitalregion [3] [4] [5]. Aus dem genannten Grund betrifft eine Steroidatrophie jedoch nur selten die Handflächen und Fußsohlen [6].

Drei Stadien der Steroidatrophie wurden definiert: Das erste Stadium ist das der Präatrophie. Auf dieses folgt die eigentliche Atrophie und schließlich das Endstadium der Tachyphylaxie [7]. In frühen Phasen der Erkrankung empfinden die Patienten ein Brennen in der Hautbereiche, auf die das steroidhaltige Arzneimittel aufgetragen wird. Bei fortgesetzter Anwendung klingt dieses Brennen jedoch wieder ab, weil eine Vasokonstriktion ausgelöst wird [7]. Schließlich fällt auf, dass die Haut dünner, trockener und insgesamt empfindlicher wird. Sie erscheint zunehmend transparent und schlaff, ähnlich wie bei geriatrischen Patienten. Der Patient neigt zu Kapillarblutungen im betroffenen Hautbereich, in dem bei fortgeschrittener Erkrankung Teleangiektasien (insbesondere im Gesicht) und Streifen (vor allem Axillae, Leiste, Genitalbereich) erkennbar werden [8] [9] [10].

Wird die Steroidbehandlung eingestellt, nachdem erste Symptome einer Atrophie auftreten, kommt es zumindest zur partiellen Regeneration. Die Bildung von Teleangiektasien und Streifen gilt jedoch als irreversibler Prozess.

Diagnostik

Die Diagnose der Steroidatrophie bereitet in der Regel keine Probleme und basiert auf dem Vorbericht und auf typischen Hautbefunden: Der klassische Patient verwendet entweder seit kurzer Zeit ein hochwirksames Steroid oder behandelt sich seit längerer Zeit mit steroidhaltigen Präparaten. Betroffene Hautbereiche sind deutlich verdünnt und erinnern mit ihrem durchscheinenden, fragilen Charakter an Zigarettenpapier [2].

Eine Hautbiopsie ist zur Diagnosesicherung meist nicht notwendig und wegen der erhöhten Blutungsneigung oft sogar kontraindiziert. Entscheidet man sich dennoch für die Durchführung einer Biopsie, etwa um die Steroidatrophie von bösartigen Neubildungen der Haut abzugrenzen, zeigt sich in der histologischen Untersuchung eine verminderte Höhe von Dermis und Epidermis [9] [10], eine Verengung der Lipidlamellen im Stratum corneum [11] sowie eine verminderte Größe der Keratinozyten und eine reduzierte Anzahl an Fibroblasten [12] [13].

Insbesondere in der experimentellen Arbeit finden weitere Methoden zur Charakterisierung der steroidinduzierten Hautatrophie Anwendung. So kann mit einem Evaporimeter der transepidermale Wasserverlust gemessen und der Gehalt an Cholesterin und Fettsäuren im Stratum corneum im Rahmen einer Lipidmessung ermittelt werden [12]. Die absolute Hautdicke ist mit einer Messschraube, per Ultraschall oder mikroskopisch festzustellen [12] [14].

Therapie

  • […] urologische Erkrankungen 124 Entzündlichrheumatische Erkrankungen H Kellner 174 4 195 7 260 Spätkomplikationen 277 Grundlagen 283 Maligne hämatologische 362 9 392 Psychiatrische Erkrankungen N Müller M Riedel H J Möller 463 Infektionen und antimikrobielle Therapie[books.google.de]
  • , 05.12.2005 - 1582 Seiten Dermatologie und Venerologie: Das Wissen in einem Buch - Alle relevanten Krankheiten und Syndrome: Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Andrologie - Einheitlicher klinischer Aufbau: Ätiopathogenese, Klinik, Diagnostik, Therapie[books.google.de]
  • Topische Therapie: gezielt gegen Erythem und Pusteln Bei Rosazea ist eine topische Therapie meist ausreichend. Nur in schweren Fällen wird die Kombination mit systemischen Arzneimitteln empfohlen.[deutsche-apotheker-zeitung.de]
  • Eine Unterscheidung ist wegen der andersartigen Therapie erforderlich.[archive.li]
  • Auch die kombinierte topische und systemische Therapie bringt vor allem bei mittelschwerer bis schwerer Rosazea gute Erfolge. Als alternative Therapien stehen die photodynamische Therapie oder die Behandlung mit Laser zur Verfügung.[aerztezeitung.at]

Prognose

  • Rosazea-Keratitis ist mit einer ungünstigen Prognose verbunden und kann in schweren Fällen zum Sehverlust führen. Häufigste okuläre Beteiligung ist die Blepharitis (chronisch entzündete Augenlidränder mit Schuppung und Krustenbildung).[rosacea.dermis.net]
  • Lesen Sie, wie Naturheilkunde, Für Erwachsene ist Fasten ideal, da es eine sehr gute Umstimmung bringen.Hier bei sanego alle Informationen über Ekzem Ursachen Symptome Diagnosen Behandlungen Prognose Medikamente Hilfe Jetzt klicken.Ein Ekzem ist ein Sammelbegriff[fawykijaweb.xpg.uol.com.br]
  • Die Prognose des Nagelmelanoms hngt von der Tumordicke ab.[docslide.net]

Epidemiologie

  • Die Koexistenz verschiedener Subtypen ist im Kindesalter nicht selten (siehe Abschnitt Epidemiologie und Klassifikation).[docplayer.org]
  • Rosazea: Epidemiologie, Pathogenese, Klinik und Therapie. Dtsch Ärztebl 2007;104:1741-1746 Augustin M et al. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90.880 workers. Br J Dermatol 2011;165:865-873 Taieb A et al.[deutsche-apotheker-zeitung.de]
  • Epidemiologie Die Prävalenz der Rosazea beträgt zwischen 5 % in Südeuropa und bis zu 10 % in Nordeuropa. Der keltische, hellhäutige Typ ist im Vergleich zu dem südländisch dunkelhäutigen Typ deutlich häufiger betroffen.[archive.li]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Exkurs Pathophysiologie Kurz ein Exkurs zur Pathophysiologie: Die Ursachen der Rosazea sind eher unklar.[deutsche-apotheker-zeitung.de]
  • Von Irene Mlekusch Die Pathophysiologie der Rosazea ist nicht vollständig geklärt. „Die Ursache ist eindeutig multifaktoriell“, erklärt Univ. Prof.[aerztezeitung.at]

Quellen

Artikel

  1. Epstein NN, Epstein WL, Epstein JH. Atrophic striae in patients with inguinal intertrigo. Arch Dermatol. 1963; 87: 450–457.
  2. Schoepe S, Schäcke H, May E, Asadullah K. Glucocorticoid therapy-induced skin atrophy. Exp Dermatol. 2006; 15(6):406-420.
  3. Cornell RC, Stoughton RB. The use of topical steroids in psoriasis. Dermatol Clin. 1984; 2: 397–408.
  4. Johnson E, Groben P, Eanes A, Iyer P, Ugoeke J, Zolnoun D. Vulvar skin atrophy induced by topical glucocorticoids. J Midwifery Womens Health. 2012; 57(3):296-299.
  5. Schäcke H, Döcke WD, Asadullah K. Mechanisms involved in the side effects of glucocorticoids. Pharmacol Ther. 2002; 96(1):23-43.
  6. Luger T, Loske KD, Elsner P, et al. Topische Dermatotherapie mit Glukokortikoiden Therapeutischer Index. J Dtsch Dermatol Ges. 2004; 2:629–634.
  7. Abraham A, Roga G. Topical steroid-damaged skin. Indian J Dermatol. 2014; 59(5):456-459.
  8. Booth BA, Tan EM, Oikarinen A, Uitto J. Steroid-induced dermal atrophy: effects of glucocorticosteroids on collagen metabolism in human skin fibroblast cultures. Int J Dermatol. 1982; 21(6):333-337.
  9. Kimura T, Doi K. Dorsal skin reactions of hairless dogs to topical treatment with corticosteroids. Toxicol Pathol. 1999; 27(5):528-535.
  10. Mills CM, Marks R. Side effects of topical glucocorticoids. Curr Probl Dermatol. 1993; 21:122-131.
  11. Sheu HM, Lee JY, Chai CY, Kuo KW. Depletion of stratum corneum intercellular lipid lamellae and barrier function abnormalities after long-term topical corticosteroids. Br J Dermatol. 1997; 136(6):884-890.
  12. Kolbe L, Kligman AM, Schreiner V, Stoudemayer T. Corticosteroid-induced atrophy and barrier impairment measured by non-invasive methods in human skin. Skin Res Technol. 2001; 7(2):73-77.
  13. Saarni H, Hopsu-Havu VK. The decrease of hyaluronate synthesis by anti-inflammatory steroids in vitro. Br J Dermatol. 1978; 98(4):445-449.
  14. Newton JA, Whitaker J, Sohail S, Young MM, Harding SM, Black MM. A comparison of pulsed ultrasound, radiography and micrometer screw gauge in the measurement of skin thickness. Curr Med Res Opin. 1984; 9(2):113-118.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:16