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Uranvergiftung

Unter dem Terminus Uranintoxikation werden sämtliche Wirkungen zusammengefasst, die natürliches und angereichertes Uran im menschlichen Körper haben. Dazu zählen sowohl biochemische Effekte als auch jene, die sich durch die Radioaktivität der Substanz begründen lassen. Generell wird Uran nur schlecht absorbiert und schnell wieder ausgeschieden, was die Wahrscheinlichkeit einer manifesten Uranvergiftung deutlich vermindert.


Symptome

Eine Uranintoxikation ist das Resultat der Aufnahme signifikanter Mengen dieses Metalls und/oder mehr oder weniger gut löslicher uranhaltiger Verbindungen per os, über den Atmungstrakt oder die Haut. In geringen Mengen findet sich Uran vielerorts in der Umwelt, aber das Risiko einer Uranvergiftung besteht besonders in jenen Gebieten, in denen die Menschen aufgrund ihrer Arbeit in Uranminen und -mühlen verstärkt exponiert sind. Dennoch, auch hier resultieren klinische Symptome einer Intoxikation in der Regel aus der akzidentellen Exposition gegenüber extrem hohen Urankonzentrationen, da aufgenommenes Uran über Stuhl und Urin sonst schnell wieder ausgeschieden wird. Werden die Kapazitäten zur Elimination des Metalls dagegen überschritten, kann es zu einer schweren Schädigung der Nieren, zum Nierenversagen und zum Tod des Patienten kommen. Die Inhalation größerer Mengen Urans zieht zusätzlich strukturelle Veränderungen in der Lunge und damit eine chronische Obstruktion der Atemwege nach sich, wenn die akute Phase der Uranvergiftung überlebt wird. Bei diesen Patienten besteht langfristig das Risiko einer respiratorischen Insuffizienz und des Atemversagens.

Mit der Ausnahme von Nieren und Lungen scheint die Funktion der inneren Organe durch Uran nicht beeinträchtigt werden, auch wenn kleinere Mengen des Elements nach Beendigung der Exposition noch für bis zu zwei Jahre in den Knochen und in der Leber der Patienten nachzuweisen sind [1]. Gleichermaßen ließen sich nachteilige Effekt auf die Gesundheit, die durch eine langfristige Exposition gegenüber niedrigen Urankonzentrationen verursacht werden könnten, nicht nachweisen [2]. Eine solche Exposition besteht beispielsweise bei Menschen, die ihren Durst mit uranhaltigem Trinkwasser stillen: In dieser Bevölkerungsgruppe ist wieder die Inzidenz von Nierenerkrankungen noch die generelle Morbidität erhöht [3] [4]. In einigen Untersuchungen konnte allerdings gezeigt werden, dass bestimmte Erkrankungen - Neoplasien zum Beispiel - bei denjenigen, die mit Uran arbeiten, häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung. Obwohl vom Uran ionisierende Alphastrahlung ausgeht, ist seine Beteiligung an der Kanzerogenese bei Minenarbeitern umstritten und die erwähnten Resultate sind wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass in den Uranminen auch Radium und Radon vorkommen, die ihrerseits toxische Effekte vermitteln [5] [6].

Diagnostik

Zunächst ist eine gründliche Anamnese durchzuführen, in der nicht nur nach Grad und Dauer der Uranexposition zu fragen ist, sondern auch nach eventuellem Kontakt zu weiteren toxischen Elementen [1]. In diesem Zusammenhang sollten die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Patienten in Erfahrung gebracht werden. So können strukturelle Umbauten der Lunge im Sinne einer Pneumokoniose beispielsweise auch durch die Inhalation von Stäuben verursacht worden sein, die mitunter Jahrzehnte zurückliegt.

Da Nieren und Lunge im Rahmen einer Uranintoxikation am stärksten betroffen sind, konzentriert sich die Aufarbeitung eines solchen Falles auf diese Organe. Es sind Blutanalysen zu veranlassen, um die Nierenparameter zu überprüfen, und auch eine Urinuntersuchung ist durchzuführen. Letztere zeigt häufig eine Proteinurie sowie eine erhöhte Ausscheidung von Beta-2-Mikroglobulin. Im Urin lässt sich auch das Uran selbst nachweisen, aber dieser Befund zeigt lediglich an, dass eine Exposition stattgefunden hat. Er lässt keine Rückschlüsse auf die aufgenommenen Mengen des Metalls zu und beweist nicht zwangsläufig einen kausalen Zusammenhang zwischen der Uranexposition und dem Nierenleiden [7].

Therapie

  • DMPS DMPS ist die Kurzform von Dimercaptopropansulfonsäure, einem Antidot bei Vergiftungen, das für die Chelat -Therapie angewendet wird.[gesundbuch-verlag.com]
  • Therapie Die hämatologischen Schäden (Schäden im Blut ) werden mit Bluttransfusionen oder Stammzelltransplantationen bzw. Knochenmarktransplantation behandelt. Es kann versucht werden, durch Vitaminpräparate die Blutregeneration zu beschleunigen.[de.wikipedia.org]
  • Bei der Zerstörung der Nervenzellen gibt es keine Therapie. Da hilft auch keine Früherkennung sondern nur die Prophylaxe![kreislauf-leben.de]

Prognose

  • Die Prognose des Arztes, wonach langfristig nur 30% mehr Krebserkrankungen aufgrund des Uraneinsatzes zu erwarten sind ist vergleichsweise optimistisch.[muetter-gegen-den-krieg-berlin.de]

Quellen

Artikel

  1. Agency for Toxic Substances and Disease Registry. Case study in environmental medicine: taking an exposure history. 2015; https://www.atsdr.cdc.gov/csem/csem.asp?csem=33. Accessed Mar 28, 2017.
  2. Boice JD, Jr., Mumma MT, Blot WJ. Cancer incidence and mortality in populations living near uranium milling and mining operations in grants, New Mexico, 1950-2004. Radiat Res. 2010; 174(5):624-636.
  3. Kurttio P, Auvinen A, Salonen L, et al. Renal effects of uranium in drinking water. Environ Health Perspect. 2002; 110(4):337-342.
  4. Kurttio P, Harmoinen A, Saha H, et al. Kidney toxicity of ingested uranium from drinking water. Am J Kidney Dis. 2006; 47(6):972-982.
  5. Macfarlane GJ, Hotopf M, Maconochie N, Blatchley N, Richards A, Lunt M. Long-term mortality amongst Gulf War Veterans: is there a relationship with experiences during deployment and subsequent morbidity? Int J Epidemiol. 2005; 34(6):1403-1408.
  6. Boice JD, Jr., Cohen SS, Mumma MT, Chadda B, Blot WJ. A cohort study of uranium millers and miners of Grants, New Mexico, 1979-2005. J Radiol Prot. 2008; 28(3):303-325.
  7. Centers for Disease Control and Prevention. Fourth National Report on Human Exposure to Environmental Chemicals. 2009; https://www.cdc.gov/exposurereport/pdf/fourthreport.pdf. Accessed Mar 28, 2017.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 15:27