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Ventrikuläre Extrasystole

VES

Bei ektoper, ventrikulärer Erregungsbildung kommt es zu einer Depolarisation der Kammermuskulatur, die außerhalb des physiologischen Herzrhythmus stattfindet und als ventrikuläre Extrasystole (VE) bezeichnet wird. VE kommen recht häufig vor, verursachen in der Regel aber keine Symptome. Erst bei einer hohen Frequenz der VE setzen klinische Beschwerden ein, die sich aus einer Einschränkung der Pumpfunktion des Herzens ergeben. Inwieweit die Präsenz VE für schwerwiegende Herzkrankheiten wie den Myokardinfarkt prädisponiert, ist noch nicht vollständig geklärt.


Symptome

Die Ätiologie der VE ist noch weitgehend unverstanden, aber man weiß, dass sie das Ergebnis einer erhöhten Kammerautonomie sind. Die ursächliche, ektope Erregungsbildung findet dabei meist im rechten ventrikulärem Ausflusstrakt statt. Unter Umständen prädisponieren körperliche Aktivität und emotionale Belastungen, erhöhte Blutspiegel von Katecholaminen (physiologisch, pathologisch oder iatrogen), Elektrolytimbalanzen, Durchblutungsstörungen, kardiotoxische Nebenwirkungen von Pharmaka und bei Frauen die Zyklusphase für VE [1].

Wenn während einer routinemäßigen kardiologischen Untersuchung VE festgestellt werden, wird dies zumeist als benigner Zufallsbefund bewertet. Diesbezüglich ist zu erwähnen, dass 40-75% aller Elektrokardiogramme, die über mindestens 24 Stunden aufgezeichnet wurden, VE zeigen. Die Frequenz der VE steigt tendenziell mit zunehmendem Alter der Patienten [1] [2].

Symptomatische VE-Patienten beschreiben häufig Palpitationen, zuweilen auch Schwindel und kurzzeitige Bewusstseinsstörungen, die in einer Synkope münden können [3]. Seltener wird auch über Schmerzen in der Brust berichtet. Abgesehen von diesen episodisch auftretenden Kreislaufinstabilitäten sind die Patienten in der Regel gesund und durchschnittlich leistungsfähig [1] [3] [7]. In seltenen Fällen treten weitere Symptome ein, die eine Herzinsuffizienz anzeigen, nämlich Hypoxie, Zyanose, Tachykardie und Tachypnoe.

Ventrikulärer Bigeminus
  • .: Im unteren Teil ein ventrikulärer Bigeminus , d. h., jedem Normalschlag folgt eine ventrikuläre Extrasystole.[fokus-ekg.de]
  • Die Herzschlagfolge ist folgendermaßen: Normale Sinusfrequenz (zum Vergleich): – – A – – A – – A – – A – – A – – A (A Herzaktion mit tastbarem Puls; – – Diastole, Füllungsphase der Kammern mit Blut) Ventrikulärer Bigeminus: – – A – a – – – A – a – – –[medicoconsult.de]
  • Ein monomorphes ventrikuläres Couplet Ein polymorphes Couplet Ventrikulärer Bigeminus mit früh einfallenden Extrasystolen Weblinks Einzelnachweise Heiner Greten , Tim Greten, Franz Rinninger: Innere Medizin .[de.wikipedia.org]

Diagnostik

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist unter bestimmten Bedingungen eine Prädisposition für VE zu vermuten. Entsprechende Informationen sollten in der Anamnese eingeholt werden. Entscheidend für das weitere Vorgehen sind neben diesen anamnestischen Angaben vor allem der Allgemeinzustand des Patienten - Rufen die VE klinische Symptome hervor? - und die Frequenz der Extrasystolen. Wenngleich bezüglich der VE-Frequenz kein Schwellenwert definiert ist, ab dem mit gesundheitlichen Konsequenzen zu rechnen ist, so wurde doch wiederholt ein Zusammenhang zwischen VE und ventrikulärer Dysfunktion, Kardiomyopathien, Herzversagen, plötzlichem Herztod und ischämischem Hirninfarkt belegt [1] [2] [4] [5] [6]. Deshalb sind bei hochfrequenten und symptomatischen VE eine gründliche Allgemein- und kardiologische Untersuchung sowie regelmäßige Verlaufsuntersuchungen angezeigt.

Die VE selbst lassen sich am besten im Elektrokardiogramm darstellen [3]:

  • Charakteristisch sind verbreiterte QRS-Komplexe, denen keine P-Welle vorangeht, da sie in keiner Verbindung mit dem Sinusrhythmus und Vorhofkontraktionen stehen.
  • Mit Hilfe eines 12-Kanal-Elektrokardiogramms lässt sich der Ursprung der ektopen Erregung recht gut lokalisieren, wenn denn VE erfasst werden. Am häufigsten entstammen die Extrasystolen dem rechtsventrikulären Ausflusstrakt, was sich in einer inferioren Achse der VE, einem negativen QS-Komplex in V1 und einem späten R-S-Umschlag (zwischen V3 und V4) zeigt.
  • Bei niedriger Frequenz wird allerdings eine Daueraufzeichnung erforderlich, um Extrasystolen zu erfassen. Selbst bei negativen Befunden nach 24-stündiger Aufzeichnung können VE nicht sicher ausgeschlossen werden, weshalb zuweilen ein Monitoring über 48 oder 72 Stunden empfohlen wird.

Strukturelle Anomalien des Herzens werden in der Echokardiographie erkennbar. Bei der Mehrzahl der VE-Patienten bleibt der Herzultraschall jedoch ohne besonderen Befund.

Ergänzend sind Blutuntersuchungen durchzuführen.

Ventrikulärer Bigeminus
  • .: Im unteren Teil ein ventrikulärer Bigeminus , d. h., jedem Normalschlag folgt eine ventrikuläre Extrasystole.[fokus-ekg.de]
  • Die Herzschlagfolge ist folgendermaßen: Normale Sinusfrequenz (zum Vergleich): – – A – – A – – A – – A – – A – – A (A Herzaktion mit tastbarem Puls; – – Diastole, Füllungsphase der Kammern mit Blut) Ventrikulärer Bigeminus: – – A – a – – – A – a – – –[medicoconsult.de]
  • Ein monomorphes ventrikuläres Couplet Ein polymorphes Couplet Ventrikulärer Bigeminus mit früh einfallenden Extrasystolen Weblinks Einzelnachweise Heiner Greten , Tim Greten, Franz Rinninger: Innere Medizin .[de.wikipedia.org]

Therapie

  • Ein besonderes Warnsymptom ist in diesem Zusammenhang das R-auf-T-Phänomen . 6 Therapie Bei Gesunden ist keine Therapie erforderlich.[flexikon.doccheck.com]
  • Da Antiarrhythmika selbst Arrythmien auslösen können, ist man in der Therapie eher zurückhaltend.[grundkurs-ekg.de]
  • Ätiologie Klassifikation Symptome/Klinik Verlaufs- und Sonderformen Diagnostik Therapie Kodierung nach ICD-10-GM Version 2019[amboss.miamed.de]
  • Bahnbrechende Studie der Antiarryhthmika Therapie nach Herzinfarkt Echt DS et al.[de.wikibooks.org]

Prognose

  • Herzfrequenz beschleunigende Maßnahmen ausprobieren Herzfrequenz senkende Maßnahmen ausprobieren Frische Luft Spazierengehen Leicht sedierende Maßnahmen Elektrolyte ausgleichen Herzgesundheit überprüfen und damit den Patienten beruhigen Kalte Güsse Verlauf und Prognose[de.wikibooks.org]
  • Infarktpatienten mit ventrikulären Extrasystolen ohne induzierbare ventrikuläre Tachykardie scheinen eine ähnlich günstige Prognose wie Infarktpatienten ohne Extrasystolen zu haben. (8) Unabhängig vom Bestehen einer Extrasystolie hängt die Prognose wesentlich[infomed.ch]
  • Verlauf und Prognose: Treten ventrikuläre Extrasystolen (VES) bei ansonsten Gesunden auf, sind sie als harmlos einzustufen. Erst, wenn sich die Betroffenen krank fühlen, sollte eine Behandlung begonnen werden.[gesundheits-lexikon.com]
  • […] kardiale Grundkrankheit, linksventrikuläre Funktion, früherer Myokardinfarkt oder vorangegangene lebensbedrohliche ventrikuläre Rhythmusstörungen entscheidend. 2,3 Invasive elektrophysiologische Tests ermöglichen keine hinreichende Einschätzung der Prognose[arznei-telegramm.de]
  • Hierzu haben wir ein eigenständiges Thema veröffentlicht: Homöopathie bei Herzstolpern Prognose Bei Gesunden haben die ventrikulären Extrasystolen eine gute Prognose.[dr-gumpert.de]

Epidemiologie

  • Tricyclische Antidepressiva Magnesiummangel Kaliummangel Calciumüberschuß Schilddrüsenüber- oder - unterfunktion Herzinfarkt Adrenalin Schlafmangel extreme Erschöpfung Stress Mechanische Manipulationen am Herzen Mechanische Manipulationen am Bronchialsystem Epidemiologie[de.wikibooks.org]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • 2008 2009 2010 2011 2012 ---------------------------------------------------------------------------------------------- I49.3 Ventrikuläre Extrasystolie 5879 6080 6733 6959 7755 8313 9261 10140 Quelle Gesundheitsberichterstattung des Bundes Pathologie Pathophysiologie[de.wikibooks.org]
  • Pathophysiologie Ein Normalschlag ist von einem vorzeitig einfallenden Herzschlag gefolgt.[medicoconsult.de]

Quellen

Artikel

  1. Sheldon SH, Gard JJ, Asirvatham SJ. Premature Ventricular Contractions and Non-sustained Ventricular Tachycardia: Association with Sudden Cardiac Death, Risk Stratification, and Management Strategies. Indian Pacing Electrophysiol J. 2010;10(8):357-371.
  2. Saurav A, Smer A, Abuzaid A, Bansal O, Abuissa H. Premature ventricular contraction-induced cardiomyopathy. Clin Cardiol. 2015;38(4):251-258.
  3. Helms TM, Madaffari A, Geller JC, Antz M. [Localization of the origin of idiopathic ventricular extrasystoles and tachycardia from the outflow tract]. Herzschrittmacherther Elektrophysiol. 2015; 26(3):227-234.
  4. Eugenio PL. Frequent Premature Ventricular Contractions: An Electrical Link to Cardiomyopathy. Cardiol Rev. 2015;23(4):168-172.
  5. Giles K, Green MS. Workup and management of patients with frequent premature ventricular contractions. Can J Cardiol. 2013;29(11):1512-1515.
  6. Ofoma U, He F, Shaffer ML, Naccarelli GV, Liao D. J Am Heart Assoc. 2012;1(5):e002519.
  7. Lee GK, Klarich KW, Grogan M, Cha YM. Premature ventricular contraction-induced cardiomyopathy: a treatable condition. Circ Arrhythm Electrophysiol. 2012;5(1):229-236.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:41