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Verschluss der zentralen Netzhautvene

Der Verschluss der zentralen Netzhautvene (ZRVO) ist ein Sonderfall der Venenthrombose (VT). Damit gilt hinsichtlich der Risikofaktoren und Pathogenese Ähnliches wie für die VT im Allgemeinen. Im Gegensatz zum Arteria centralis retinae Verschluss, der meist als Folge eines thromboembolischen Events auftritt, werden Blutgerinnsel nur selten in die Netzhautvene verschleppt, sondern bilden sich direkt in diesem Gefäß. Leitsymptom ist ein Visusverlust.


Symptome

Die Obstruktion der zentralen Netzhautvene kann zu einem akuten oder progressiven, meist unilateralen Visusverlust führen, je nach Grad der Beeinträchtigung des Blutflusses durch das Gefäß. Etwa ein Drittel der ZRVO-Patienten wird mit einem Visus von >20/40 vorstellig, ein Drittel aber auch mit einer Sehschärfe von <20/200 [1]. Der ZRVO ist an sich nicht schmerzhaft. Wenn Schmerzen auftreten, dann sind diese durch Begleiterkrankungen wie ein sekundäres Offenwinkelglaukom bedingt, das wiederum aus einer Rubeosis iridis entstehen kann [1]. Dabei vergehen nicht selten mehrere Wochen, bis sich ein solches Glaukom entwickelt.

Der Thrombus behindert die Drainage des Blutes aus der Retina, sodass sich das Blut vor dem Hindernis staut und es aufgrund eines erhöhten intravaskulären Druckes zur Extravasation kommt. In der ophthalmologischen Untersuchung sind daher punkt- bis fleckförmige Hämorrhagien in allen Netzhautbereichen zu erkennen. Auch eine Tortuositas vasorum kann auffallen. Papillenödem und Makulaödem werden häufig bei (nahezu) vollständigem ZRVO gesehen. In vielen Fällen sind weiterhin Cotton-Wool-Flecken zu sehen, die sich aus Stoffwechselanomalien retinaler Nervenfasern ergeben, die wiederum durch die hämodynamischen Anomalien bedingt sind [2].

Venenerkrankung
  • Dubin-Johnson-Syndrom , Rotor-Syndrom ), zumindest solange sich bestimmte Leberwerte ( Transaminasen ) nicht normalisiert haben akuten oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben, wie etwa schweren Venenerkrankungen[ellviva.de]
Retinablutung
  • Sollte sich ein Retinaler Venenverschluss bestätigen, zeigt die klinische Untersuchung gestaute Venen, Retinablutungen, sog. Cotton-wool-Herde und oft ein Ödem auf der Retina.[aumedo.de]
  • Eine kathetergeführte Thrombolyse hat sich nicht durchgesetzt, vor allem wegen der Gefahr von Retinablutungen.[link.springer.com]
Neovaskularisation der Iris
  • Neovaskularisation der Iris. Der Verschluss der zentralen Netzhautvene (ZRVO) ist ein Sonderfall der Venenthrombose (VT). Damit gilt hinsichtlich der Risikofaktoren und Pathogenese Ähnliches wie für die VT im Allgemeinen.[funkypriority.weebly.com]

Diagnostik

Wenn ein Patient mit Visusverlust vorstellig wird, ist in der Anamnese auch zu klären, ob eine Prädisposition zur Thrombenbildung besteht. Die Risikofaktoren für eine VT und Thromboembolien sind dieselben, da sich letztere aus ersterer ergeben: Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Atherosklerose, Endokarditis und Thrombophilie [3] [4]. Weder anamnestisch noch anhand der vom Patienten beschriebenen Symptome kann zwischen einem Verschluss der zentralen Netzhautarterie und -vene unterschieden werden. Die ophthalmologische Untersuchung zeigt jedoch bei einem ZRVO multiple retinale Hämorrhagien, während die Netzhaut nach Verschluss der Arterie milchglasartig und blass erscheint. Zur Bestätigung der Diagnose ist die Darstellung der Netzhautgefäße mittels Fluoreszenzangiographie erforderlich und idealerweise auch eine Schnittbildanalyse im Rahmen der optischen Kohärenztomographie.

Fluoreszenzangiographisch lässt sich beurteilen, ob noch sämtliche Retinaabschnitte perfundiert werden. So kann eine Unterscheidung zwischen dem perfundierten ZRVO und dem nicht-perfundierten ZRVO vorgenommen werden. Der Austritt von Fluoreszenzfarbstoffen zeigt eine Extravasation an, die im Fall eines nicht-perfundierten ZRVO durch den Rückstau in die Kapillaren und dadurch hervorgerufene Gefäßschädigungen bedingt ist. In der optischen Kohärenztomographie lässt sich die Netzhautdicke bestimmen, Ödeme und auch eine eventuelle, fokale Netzhautablösung können zuverlässig diagnostiziert werden [5] [6].

Da etwa jeder zehnte ZRVO-Patient an einem Glaukom leidet, ist auch der Kammerwinkel zu betrachten und der Augeninnendruck zu messen. Die Gonioskopie ist innerhalb des ersten halben Jahres nach Diagnose des ZRVO monatlich zu wiederholen, da der Prozess der Neovaskularisation, der zur Rubeosis iridis und schließlich zum Glaukom führt, Monate dauern kann. Es wird weiterhin empfohlen, ZRVO-Fälle grundsätzlich auch internistisch aufzuarbeiten, um mögliche Ursachen für die Thrombenbildung zu identifizieren. Dazu sind neben dem Blutbild und der Blutchemie auch Koagulationsstudien auszuwerten [4].

Therapie

  • Bei einem Makulaödem ist die Injektion von Medikamenten ( VEGF -Hemmstoffe, Steroide ) in den Glaskörper Therapie der Wahl.[de.wikipedia.org]
  • In den anderen Fällen halten wir nach heutigem Wissensstand eine blutverdünnende Therapie für notwendig und erfolgversprechend.[profschrader.de]
  • Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um selbständig Diagnosen zu stellen oder mit einer Therapie zu beginnen.[apotheken.de]
  • Nur bei jedem zehnten Patienten erholte sich das Sehvermögen mit der herkömmlichen Therapie, die anderen Patienten müssen mit der Erblindung des betroffenen Auges rechnen.[dr-ober.de]
  • Die Fluoreszenzangiographie dient zur weiteren Differenzierung des Verschlussausmaßes. 8 Therapie Die Therapie der Wahl im Akutstadium besteht in der Gabe von blutverdünnenden Medikamenten entsprechend INR / Quick-Wert .[flexikon.doccheck.com]

Prognose

  • Die Prognose ist besser, wenn nur ein Ast der Netzhautarterie betroffen ist.[apotheken.de]
  • Prognose Die Prognose bei einem Gefäßverschluss des Auges hängt von der jeweiligen Form des Verschlusses ab.[paradisi.de]
  • Prognose der Gefäßverschlüsse Nach dem Verschluss einer Vene kann sich die Sehschärfe vollständig wieder erholen.[augenarzt-ostermaier.de]
  • Prognose Ein Venenastverschluss oder Zentralvenenverschluss hat oft zur Folge, dass die Sehschärfe zwar schlechter wird, das Auge aber nicht blind wird. Es kommt sogar vor, dass das Sehen sich wieder erholt.[chirurgie-portal.de]
  • Die Behandlung solcher Störungen wird heute in Stroke-Units, in speziellen Behandlungszentren für Schlaganfälle, in vielen Spitälern intensiviert, dennoch ist die Prognose je nach Alter und begleitenden Krankheiten bzw.[augentagesklinik.com]

Epidemiologie

  • Lokalisation des Thrombus kann man sagen, dass die Thromben, die zu einem Verschluss der Zentralvene führen, sich in Höhe der Lamina cribrosa befinden, wohingegen die Thromben bei Verschlüssen der Nebenvenen an den arteriovenösen Schnittstellen liegen. 4 Epidemiologie[flexikon.doccheck.com]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Die Pathophysiologie erinnert an die der Sinusthrombose in der Schädelhöhle .[de.wikipedia.org]

Quellen

Artikel

  1. Lang GE, Handel A. [Clinical and fluorescein angiography changes in patients with central retinal vein occlusion. A unicenter study of 125 patients]. Klin Monbl Augenheilkd. 1992; 201(5):302-308.
  2. Lang GE. [Central retinal vein occlusion]. Klin Monbl Augenheilkd. 2007; 224(9):R95-105; quiz R106-109.
  3. Faude F, Faude S, Siegemund A, Wiedemann P. [Factor VIII activity in patients with central retinal vein occlusion in comparison to patients with a history of pelvic and lower limb venous thrombosis and a healthy control group]. Klin Monbl Augenheilkd. 2004; 221(10):862-866.
  4. Tóth G, Sándor GL, Reichel C, Domján G, Nagy ZZ, Ecsedy M. [Bilateral simultaneous central retinal vein occlusion in protein S deficiency]. Ophthalmologe. 2015; 112(11):929-931.
  5. Martinet V, Guigui B, Glacet-Bernard A, et al. Macular edema in central retinal vein occlusion: correlation between optical coherence tomography, angiography and visual acuity. Int Ophthalmol. 2012; 32(4):369-377.
  6. Muraoka Y, Tsujikawa A, Kumagai K, et al. Retinal vessel tortuosity associated with central retinal vein occlusion: an optical coherence tomography study. Invest Ophthalmol Vis Sci. 2014; 55(1):134-141.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 12:57