Edit concept Question Editor Create issue ticket

Zahnschmelzhypoplasie

Schmelzunterentwicklung (Schmelzhypoplasie)

Die Zahnschmelzhypoplasie (ZSH) ist das Resultat einer gestörten Entwicklung der äußeren, die Zahnkrone bedeckenden Schicht der Zähne. Der betroffene Zahnschmelz kann dabei von verminderte Härte und/oder Dicke sein. Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der ZSH, der Anzahl der betroffenen Zähne und einer möglichen Grunderkrankung - sie zielt grundsätzlich auf den Zahnerhalt, auf die Vermeidung einer übermäßigen Abnutzung und Schmerzen.


Symptome

Die ZSH kann einzelne oder mehrere Zähne betreffen, die aufgrund ihrer unregelmäßigen, rauen Oberfläche auffallen. Die Zähne können insgesamt kleiner sein als normal entwickelte Zähne desselben Patienten und entweder flache Grübchen oder Rillen aufweisen, die nicht ausreichend von Enamelum bedeckt sind, oder ihnen fehlt der Zahnschmelz vollkommen. Im Gegensatz zur Hypomineralisation des Zahnschmelzes ist die ZSH mit einer Veränderung der Kontur des Zahnes verbunden, da insgesamt weniger Zahnschmelz vorhanden ist, der so nur eine dünne Schutzschicht über der Krone bilden kann. Bei beiden Konditionen, der ZSH und der Hypomineralisation, sind möglicherweise Verfärbungen zu erkennen: Die Zähne mögen cremefarbene oder schmutzig weiße, gelbliche oder bräunliche Flecken haben. Weiterhin ist der Zahnschmelz von ZSH-Patienten für gewöhnlich weicher als beim gesunden Individuum. Zuweilen klagen sie über eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Das individuelle Risiko für eine verstärkte Abnutzung, eine Zahnfraktur und vorzeitigen Zahnverlust ist überdurchschnittlich hoch.

Am häufigsten sind die bleibenden Zähne und zwar die Inzisivi und die ersten Molaren betroffen [1]. Diese Tatsache kann dadurch erklärt werden, dass das Enamelum dieser Zähne während der ersten Lebensjahre gebildet wird, in denen die Inzidenz von Infektionserkrankungen und Traumata besonders hoch ist.

Wenn die ZSH als Symptom der kongenitalen Syphilis auftritt, dann sind zumeist weitere Anomalien wie Hutchinson-Zähne und Maulbeermolare festzustellen. Außerdem leiden diese Kinder an Hautläsionen, Atemwegsinfekten und möglicherweise neurologischen Defiziten. Ähnliches gilt für eine syndromische ZSH, wie sie beispielsweise im Rahmen des Tricho-Dento-Ossären Syndroms und des McGibbon-Syndroms zu beobachten ist: Zusätzliche Konditionen vom drahtigen Haar bis hin zur Nephrokalzinose sind wegweisend bei der Diagnosestellung [2].

Diagnostik

Eine gründliche Untersuchung der Zähne auf Unregelmäßigkeiten in deren Oberfläche, Vertiefungen, Gruben, Furchen und ähnliche Anomalien erlauben meist eine klinische Diagnose. Differentialdiagnostisch ist an eine übermäßige Abnutzung der Zähne aufgrund anhaltenden Zähneknirschens (Bruxismus) oder einer Malokklusion zu denken. Auch eine mangelnde Mineralisation des Zahnschmelzes kann ein vergleichbares klinisches Bild bedingen: Beim Bruxismus sind die okklusalen Anteile der Zähne betroffen und eine Okklusionsstörung lässt sich in einer zahnärztlichen Untersuchung meist problemlos feststellen. Eine Hypomineralisation des Zahnschmelzes ist zumeist auf die Einwirkung von Säuren zurückzuführen, die von Bakterien produziert werden, die sich aufgrund einer mangelnden Mundhygiene in Plaques festsetzen können.

In einigen Fällen werden in der Anamnese Angaben zu Infektionserkrankungen (z.B. Windpocken und Masern), Nährstoffdefizienzen (Mangel an Vitamin A, C oder D) oder Traumata gemacht, die der Patient selbst während seiner frühen Kindheit oder die Mutter während der Schwangerschaft erlebt hat. Wenn das Verteilungsmuster der Zahnschmelzdefekte zum Zeitpunkt des jeweiligen Ereignisses passt, dann kann ein Zusammenhang zwischen diesen und der ZSH hergestellt werden [3] [4]. Wird eine Grunderkrankung vermutet, sollte diesem Verdacht nachgegangen werden [5]. In den meisten Fällen bleibt die Ursache jedoch ungeklärt.

Therapie

  • Die Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der ZSH, der Anzahl der betroffenen Zähne und einer möglichen Grunderkrankung - sie zielt grundsätzlich auf den Zahnerhalt, auf die Vermeidung einer übermäßigen Abnutzung und Schmerzen.[symptoma.com]

Quellen

Artikel

  1. Fagrell TG, Ludvigsson J, Ullbro C, Lundin SA, Koch G. Aetiology of severe demarcated enamel opacities--an evaluation based on prospective medical and social data from 17,000 children. Swed Dent J. 2011; 35(2):57-67.
  2. Bailleul-Forestier I, Berdal A, Vinckier F, de Ravel T, Fryns JP, Verloes A. The genetic basis of inherited anomalies of the teeth. Part 2: syndromes with significant dental involvement. Eur J Med Genet. 2008; 51(5):383-408.
  3. Nikiforuk G, Fraser D. The etiology of enamel hypoplasia: a unifying concept. J Pediatr. 1981; 98(6):888-893.
  4. Via WF, Jr. Enamel defects induced by trauma during tooth formation. Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1968; 25(1):49-54.
  5. Wright JT, Carrion IA, Morris C. The molecular basis of hereditary enamel defects in humans. J Dent Res. 2015; 94(1):52-61.

Frage stellen

5000 Zeichen übrig Text Formatierung mit: # Überschrift, **fett**, _kursiv_. Kein HTML Code.
Mit dem Abschicken der Frage stimmen Sie den AGB und der Datenschutzerklärung zu.
• Verwenden Sie einen aussagekräftigen Titel für Ihre Frage.
• Fragen Sie präzise und führen Sie Alter, Geschlecht, Symptome, Art und Dauer einer Behandlung an.
• Respektieren Sie Ihre Privatsphäre und jene Anderer und geben Sie niemals volle Namen oder Kontaktinformationen ein.
• Unpassende Fragen werden gelöscht.
• In dringenden Fällen suchen Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus auf oder wählen den Notruf!
Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 14:14