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Zentrales Salzverlustsyndrom

Ein zentrales Salzverlustsyndrom (ZSV) kann im Zusammenhang mit unterschiedlichen Pathologien des zentralen Nervensystems diagnostiziert werden. Hierbei kommt es, möglicherweise aufgrund endokriner Imbalanzen, zu einer verstärkten renalen Exkretion von Natrium, die eine erhöhte Ausscheidung von Wasser nach sich zieht. Diagnostisch wichtigste Befunde sind daher eine Hyponatriämie und Hypovolämie. Der ZSV-Patient sollte auf einen entsprechenden Elektrolyt- und Wasserersatz ansprechen, wenn die Grunderkrankung nicht eine Verschlechterung seines Zustandes bedingt.


Symptome

Das ZSV charakterisiert sich durch eine erhöhte Ausscheidung von Natrium und Wasser über die Nieren, was zur Hyponatriämie und Hypovolämie führt. Dieser Kondition liegt per definitionem eine Störung im zentralen Nervensystem zugrunde, die akut oder chronisch sein kann und wohl in vielen Fällen den Hypothalamus betrifft. Typische Auslöser des ZSV sind Schädel-Hirn-Traumata und Tumoren.

Das ZSV-assoziierte klinische Bild wird von der Hyponatriämie und dem Flüssigkeitsdefizit dominiert, aber die Grunderkrankung ruft in vielen Fällen weitere Symptome hervor:

  • Während ein Natriumspiegel im unteren Referenzbereich noch keinerlei Symptome provoziert, kann ein Abfall der Serumkonzentration dieses Elektrolyts unter 135 mmol/l zu Unwohlsein und Übelkeit führen [1]. Sinkt der Natriumspiegel weiter, stellen sich neurologische Symptome ein, die auf ein sich entwickelndes Hirnödem zurückzuführen sind. Neben Kopfschmerzen werden dann Krampfanfälle beobachtet und schließlich kommt es zur Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma [2]. Als Grenzwert für neurologische Komplikationen wird 115 mmol/l angegeben. Der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert sich mit abnehmender Serumkonzentration des Natriums zusehends.
  • Die Dehydratation fällt dem Patienten meist in Form trockener Schleimhäute auf. Ihr Hautturgor sinkt. Außerdem ist eine Tachykardie festzustellen.
  • Läsionen des zentralen Nervensystems können zu unterschiedlichsten psychischen, sensorischen, motorischen und vegetativen Defiziten führen, die die ZSV-typischen Beschwerden überlagern.
Verwirrtheit
  • Bei langsamer Entwicklung über mehr als zwei Tage stehen Müdigkeit, Verwirrtheit, Inappetenz und Wesensänderung im Vordergrund.[bionity.com]
  • Bei langsamer Entwicklung über mehr als zwei Tage stehen Müdigkeit, Wesensänderung, Verwirrtheit und ebenfalls epileptische Anfälle im Vordergrund.[zentrale-deutscher-kliniken.de]
  • Bei langsamer Entwicklung über mehr als zwei Tage stehen Müdigkeit, Verwirrtheit, Inappetenz und Veränderung der Persönlichkeit im Vordergrund.[de-m.wiki.ng]
  • Hauptursache ist ein Natriumverlust unter Diuretika und/oder ACE-Hemmer/Sartantherapie Schwere Hyponatriämien mit Werten 125 können lebensbedrohliche cerebrale Symptome ( Krämpfe, Verwirrtheit etc ) auslösen Titel Krankheitsnummer (ICD) [ Bearbeiten ][de.wikibooks.org]
Krampfanfall
  • Neben Kopfschmerzen werden dann Krampfanfälle beobachtet und schließlich kommt es zur Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma. Als Grenzwert für neurologische Komplikationen wird 115 mmol/l angegeben.[symptoma.com]
  • […] die osmotische Wirkung entsteht sekundär ein erhöhter Wasserverlust. 3 Symptome Polydipsie Polyurie Hypernatriurie Hyponatriämie Salzhunger Dehydratation Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Muskelkrämpfen , Schwindel , Hypotension , Synkopen und Krampfanfällen[flexikon.doccheck.com]
  • Bewusstseinsstörungen bis Koma, epileptische Krampfanfälle, starkes Erbrechen) Hinweis auf ein Hirnödem: CCT akute Hyponatriämie: rasches Anheben des Serumnatriums mithilfe von repetitiv verabreichten NaCl-Boli (3% mit 100–150 ml) ist der kontinuierlichen[news-papers.eu]
  • Bei 5 Patienten kam es dann auch zu Hypoglykämien und schweren Krampfanfällen mit einem Hirnödem.[opus4.kobv.de]
  • Aldosteron [ Bearbeiten ] ANP [ Bearbeiten ] Wasserintoxikation [ Bearbeiten ] Niere [ Bearbeiten ] Symptome und Klinik [ Bearbeiten ] Hinweise für ein Hirnödem [ Bearbeiten ] Kopfschmerzen Übelkeit Erbrechen Zittern Krampfanfälle Bewusstseinseintrübung[de.wikibooks.org]
Gewichtsverlust
  • Dies äußert sich in den ersten Tagen nach der Geburt mit Symptomen wie Erbrechen, Trinkschwäche, Gewichtsverlust und Schlappheit und kann lebensbedrohlich werden.[reproduktionsmedizin.uk-erlangen.de]
  • […] ml Infusionsflasche Natriumchlorid 11,70 % 2 molare Lösung [ Bearbeiten ] Verlauf und Prognose [ Bearbeiten ] Fälle [ Bearbeiten ] Fall 1 Va SIADH bei BCA [ Bearbeiten ] 48-jähriger Mann mit zunehmender Schwäche, fallweise blutigem Auswurf, und einem Gewichtsverlust[de.wikibooks.org]

Diagnostik

Das klinische Bild gestaltet sich unspezifisch und wird durch Symptome kompliziert, die nicht im Zusammenhang mit dem ZSV stehen. Leider stehen auch keine diagnostischen Maßnahmen zur Verfügung, die eine zweifelsfreie Diagnose dieser Kondition erlauben würden.

Wertvolle Befunde auf dem Weg zur Diagnose ZSV liefern vor allem Blut- und Urinuntersuchungen. Per definitionem sollte eine Hyponatriämie festzustellen sein, d.h. die Serumkonzentration des Natriums liegt unter 135 mmol/l. Die Dehydratation zieht verschiedene Anomalien im Blutbild nach sich, z.B. einen erhöhten Hämatokrit, lässt sich aber am besten zeigen, wenn die Osmolalität des Serums bestimmt wird. Diese liegt bei ZSV-Patienten unter 275 mosmol/kg. Auf der anderen Seite ist die Osmolalität des Urins erhöht, in den meisten Fällen auf über 100 msomol/kg, oft sogar auf über 400 mosmol/kg. Der Natriumgehalt des Urins übersteigt 40 mmol/l, oft sogar 100 mmol/l.

Zur Unterscheidung des ZSV vom Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion empfiehlt sich weiterhin eine Messung der fraktionellen Ausscheidung der Harnsäure. Die fraktionelle Ausscheidung der Harnsäure ist beim ZSV-Patienten erhöht und es besteht eine Hypourikämie, die sich nach Infusionstherapie nicht notwendigerweise normalisiert, während das beim Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion gewöhnlich der Fall ist [3] [4]. Es ist allerdings nicht bekannt, wie zuverlässig dieser Parameter ist, weshalb unbedingt die Entwicklung klinischer und labordiagnostischer Befunde nach Elektrolyt- und Wasserersatz beobachtet werden muss. Eine Bestätigung für die Diagnose ZSV wird meist erst erreicht, wenn die ZSV-typischen Symptome abklingen, nachdem Natrium und Wasser ersetzt wurden [5] [6].

Hyponatriämie
  • Per definitionem sollte eine Hyponatriämie festzustellen sein, d.h. die Serumkonzentration des Natriums liegt unter 135 mmol/l.[symptoma.com]
  • : Hyponatriämie und Dialyse · Mehr sehen » Diuretikum Ein Diuretikum (pl.[de.unionpedia.org]
  • Laborwerte Normalwert des Natriums 135 - 145 mmol/l leichte Hyponatriämie 130-135 mmol/l mittelschwere Hyponatriämie 120-130 mmol/l schwere Hyponatriämie 120 mmol/l Beispiele Hyponatriämie durch Verdünnung ("Wasservergiftung") Magenspülung mit 20 l Leitungswasser[bionity.com]
  • Hyponatriämie“), meistens bei Frauen Hyponatriämie bei endokrinen Erkrankungen Nebennierenrindeninsuffizienz Hypophyseninsuffizienz , z.[jewiki.net]

Therapie

  • Zusätzlich kann die Therapie mittels Fludrocortison mit dem Ziel ergänzt werden, die Natriumrückresorption in der Niere zu verstärken. Intensivmedizinische Überwachung ist dabei zwingend erforderlich. P. Reuter: Der Große Reuter.[de.wikipedia.org]
  • Die in einer Studie befragten Mütter hatten sich alle positiv zur pränatalen Therapie geäußert und bestätigten, sie würden diese Therapie auch in einer nachfolgenden Schwangerschaft wieder durchführen.[kindergynaekologie.de]
  • Definition Ätiologie Pathophysiologie Symptome/Klinik Diagnostik Therapie Komplikationen Kodierung nach ICD-10-GM Version 2019[amboss.miamed.de]
  • "Die Therapie eines SIADH erfolgt mit Flüssigkeitsrestriktion und Tolvaptan.[medi-learn.de]

Prognose

  • Und der Patient verlässt das Krankenhaus auf seinen zwei Beinen, die Prognose war, zum Glück, korrekt.[st-josef-moers.de]
  • Die exakte Differenzierung zwischen dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) und dem zerebralen Salzverlust-Syndrom (CSW) ist aber von grundlegender Bedeutung, da beide Erkrankungen unterschiedliche Prognosen aufweisen und verschiedene Therapien[degruyter.com]
  • Wenn es zu neuropsychiatrischen Komplikationen kommt ist die Prognose in der Regel ernst, sonst erholen sich viele Patienten ausgesprochen gut. Asymptomatisch ist sie in der Regel harmlos.[neuro24.de]
  • Bearbeiten ] enthält 1 gramm NaCl NaCl 20 % in 10 ml [ Bearbeiten ] enthält 2 gramm NaCl Natriumchlorid 5,85 % 1 molare Lösung [ Bearbeiten ] in 20 ml Ampullen oder 100 ml Infusionsflasche Natriumchlorid 11,70 % 2 molare Lösung [ Bearbeiten ] Verlauf und Prognose[de.wikibooks.org]

Epidemiologie

  • Bollheimer: Hyponatriämie im Alter: Neues zur Epidemiologie, Pathophysiologie und klinischen Konsequenzen Dtsch Med Wochenschr 2014 Almond CS et al. N Engl J Med 2005; 352:1550-1556 Androgue HJ et al.[de.wikibooks.org]
Geschlechtsverteilung
Altersverteilung

Pathophysiologie

  • Definition Ätiologie Pathophysiologie Symptome/Klinik Diagnostik Therapie Komplikationen Kodierung nach ICD-10-GM Version 2019[amboss.miamed.de]
  • Es ist gekennzeichnet durch Hyponatriämie und Dehydratation ( Hypovolämie , Exsikkose ). 2 Pathophysiologie Als Ursache des zerebralen Salzverlustsyndroms wird eine Störung des Hypothalamus angenommen.[flexikon.doccheck.com]
  • Es wurden die Äthiologie, Pathophysiologie, Therapie und die Differentialdiagnosen des CSW herausgearbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei die bereits etablierten und die zur Zeit noch untersuchten diagnostischen Labor-Marker.[degruyter.com]
  • Da die Pathophysiologie meines Wissens nach unklar ist, kann man hier durchaus auch von einer Paraneoplasie sprechen.[medi-learn.de]

Quellen

Artikel

  1. Grant P, Ayuk J, Bouloux PM, et al. The diagnosis and management of inpatient hyponatraemia and SIADH. Eur J Clin Invest. 2015 Aug; 45(8): 888–894.
  2. Sherlock M, O'Sullivan E, Agha A, et al. Incidence and pathophysiology of severe hyponatraemia in neurosurgical patients. Postgrad Med J. 2009 Apr. 85(1002):171-5.
  3. Moritz ML. Syndrome of inappropriate antidiuresis and cerebral salt wasting syndrome: are they different and does it matter?. Pediatr Nephrol. 2012 May. 27(5):689-93. [Medline].
  4. Maesaka JK, Miyawaki N, Palaia T, Fishbane S, Durham JH. Renal salt wasting without cerebral disease: diagnostic value of urate determinations in hyponatremia. Kidney Int. 2007 Apr. 71(8):822-6.
  5. Cerdà-Esteve M, Cuadrado-Godia E, Chillaron JJ, et al. Cerebral salt wasting syndrome: review. Eur J Intern Med 2008; 19: 249–54
  6. El-Amin Abdel-Latif M, Chan PWK, Yu-Teik Goh A, Chai-See Lum L. Cerebral salt wasting syndrome following atlantoaxial fracture dislocation in Down syndrome. BMJ Case Rep. 2009.

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Zuletzt aktualisiert: 2018-06-21 13:28